US-Wahl 2020

Wisconsin wartet auf Antrag Neuauszählung würde Trump viel Geld kosten

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Anhänger von Donald Trump in Wisconsin wollen das Wahlergebnis nicht wahrhaben.

(Foto: REUTERS)

Bei der Präsidentschaftswahl verliert Donald Trump knapp im Bundesstaat Wisconsin. Aber nicht so knapp, dass eine Neuauszählung Sinn ergeben würde. Will der abgewählte Präsident die Stimmabgabe trotzdem nachprüfen, muss er die Kosten selbst tragen.

Die Neuauszählung aller Stimmen, die der abgewählte US-Präsident Donald Trump im US-Bundesstaat Wisconsin anstrebt, würde nach Angaben der Behörden rund 7,9 Millionen Dollar kosten - umgerechnet 6,7 Millionen Euro. Bislang gebe es aber noch keinen Antrag auf eine Neuauszählung, erklärte die Leiterin der Wahlbehörde, Meagan Wolfe, am Montag (Ortszeit). Noch ausstehende Endergebnisse würden bis Dienstag erwartet, die Neuauszählung müsse daher bis Mittwoch beantragt und im Voraus bezahlt werden, erklärte sie.

In dem Bundesstaat im Mittleren Westen hatte sich der Demokrat Joe Biden mit einem knappen Vorsprung von 20.470 Stimmen oder 0,62 Prozent gegen Trump durchgesetzt. Die Kosten einer Neuauszählung würden nur vom Staat getragen, wenn der Vorsprung geringer als 0,25 Prozent wäre.

Sollte Trump sich wie angekündigt zu dem Schritt entschließen, wären die Chancen, dass sich etwas am Endergebnis ändert, verschwindend gering. Eine Neuauszählung der Stimmen nach der Wahl 2016 hatte nur eine Abweichung von 131 Stimmen erbracht.

Trumps Wahlkampfteam hatte unmittelbar nach der Wahl vom 3. November angekündigt, eine Neuauszählung anzustreben. Die Republikaner haben seither intensiv um Spenden für die Kosten des juristischen Nachspiels der Wahl geworben - damit könnten also vermutlich Klagen und Neuauszählungen finanziert werden. Angesichts von Bidens Vorsprung ist jedoch unklar, ob Trump tatsächlich bereit wäre, die Kosten für eine Neuauszählung zu tragen.

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Wisconsin hat bei der Präsidentenwahl die Stimmen von zehn Wahlleuten zu vergeben. Nach den bisherigen Ergebnissen führt Biden landesweit mit 306 zu 232 Stimmen. Für den Sieg braucht er mindestens 270 Stimmen. Das Wahlkollegium wird am 14. Dezember abstimmen. Im südlichen Georgia, wo das Ergebnis ebenfalls knapp für Biden ausgefallen ist, hat der Bundesstaat selbst die Neuauszählung der Stimmen veranlasst. Sie ist für beide Kandidaten kostenlos.

Quelle: ntv.de, chr/dpa