US-Wahl 2020

Spendensammeln geht bald los Trump überlegt, ob er 2024 wieder antritt

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Die meisten Republikaner, die ein Amt anstreben, sind auf Wähler wie diese Demonstranten angewiesen. Für sie ist es wichtig, sich gut mit Trump zu stellen.

(Foto: REUTERS)

Normalerweise ziehen sich abgewählte US-Präsidenten aus der Politik zurück. Dass Trump dies auch so macht, erwartet kaum jemand. Berichten zufolge ist er bereits damit beschäftigt, seine Macht bei den Republikanern zu zementieren.

Obwohl US-Präsident Donald Trump seine Wahlniederlage noch nicht eingeräumt hat, denkt er einem Medienbericht zufolge bereits darüber nach, bei den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2024 anzutreten. Entsprechend habe er sich Beratern gegenüber geäußert, meldet die Nachrichtenseite Axios.

Trump hat zwar im Wahlkampf damit kokettiert, dass er nach einer Wiederwahl auch ein drittes Mal antreten könnte. Aber US-Präsidenten dürfen nur zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten ausüben. Seine Überlegungen wären insofern auch ein Signal, dass er seine Niederlage zumindest sich selbst eingestanden hat.

Die "New York Times" schreibt unterdessen, Trump plane die Gründung eines sogenannten Leadership Political Action Committee, um Spendengelder zu sammeln. PACs sind Lobbygruppen, die Parteien oder Politiker unterstützen. Solche Organisationen unterliegen Beschränkungen, die leicht legal umgangen werden können. Leadership PACs etwa können Spenden von einer unbegrenzten Zahl von Personen annehmen - und von anderen PACs. Ihre Ausgaben, etwa für Werbespots, sind juristisch nicht begrenzt. Auch Reisekosten, Umfragen oder Berater könnte ein solcher PAC finanzieren.

Dem Bericht zufolge will Trump die Gründung des PAC noch in dieser Woche bekannt geben. Ein Sprecher seines Wahlkampfteams sagte der "Times", Trump habe ohnehin vorgehabt, ein solches PAC zu gründen, "damit er Kandidaten und Themen unterstützen kann, die ihm wichtig sind, wie zum Beispiel Wahlbetrug zu bekämpfen".

Die Gründung eines PAC würde Trump ein zentrales Instrument in die Hand geben, um die republikanische Partei auch nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus zu kontrollieren: Jeder Republikaner, der sich um ein Mandat im Kongress bewerben will, hätte ein besonderes Interesse daran, sich mit Trump weiterhin gut zu stellen. Das gilt allerdings ohnehin: 70 Millionen Trump-Wähler sind für republikanische Politiker ein starkes Argument, den abgewählten Präsidenten nicht zu verärgern. Dass 2024 ein republikanischer Präsidentschaftskandidat antritt, der nicht Trumps Segen hat, ist derzeit kaum vorstellbar.

Üblicherweise ziehen sich abgewählte Präsidenten in den USA aus der Partei- und Tagespolitik zurück. Trump werde dies nicht so machen, sagte der republikanische Wahlkampfstratege Matt Gorman der Zeitung. "Er wird sich auf eine Weise in die nationale Debatte einmischen, die anders sein wird als bei irgendeinem seiner Vorgänger."

Quelle: ntv.de, hvo