Politik

Häftlingsaufstand von 1943 Überlebender von Sobibor ist tot

93666998.jpg

Gedenkstein in Sobibor: Hier wurden mehr als 250.000 Menschen ermordet.

picture alliance / Przemek Wierz

Sein Leben und sein Schicksal ragen aus den finsteren Abgründen der europäischen Geschichte auf: Arkadi Moissejewitsch Waispapir war einer der letzten Überlebenden des Häftlingsaufstands im NS-Vernichtungslager Sobibor. Jetzt ist er im hohen Alter gestorben.

Einer der letzten Überlebenden des Häftlingsaufstands im deutschen NS-Vernichtungslager Sobibor ist tot. Das teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin mit. Demnach starb Arkadi Moissejewitsch Waispapir bereits am 11. Januar dieses Jahres in Kiew. Er wurde 96 Jahre alt.

DUuYLeRX4AYt4a8.jpg

Arkadi Moissejewitsch Waispapir

Der 1921 in der Südukraine geborene Waispapir war den Angaben zufolge als Soldat der Roten Armee in Kriegsgefangenschaft geraten. Er wurde nach Sobibor verschleppt und zunächst den sogenannten Arbeitshäftlingen zugeordnet, deren Aufgabe die Aufrechterhaltung des Lagerbetriebs war. Die übrigen Deportierten wurden sofort nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet.

Unter den Häftlingen bildete sich eine Widerstandsgruppe, die einen Ausbruch aus dem Lager plante. Laut der Stiftung gehörte Waispapir zu jenen acht Häftlingen, die unter der Führung des ebenfalls sowjetischen Juden Alexander Petschjorski (1909 - 1990) den Aufstand planten und mit vorbereiteten.

"Der mit Messern, Beilen und mit erbeuteten Schusswaffen geführte Aufstand war erfolgreich: 200 Häftlinge konnten aus dem Lager fliehen, von denen 47 das Ende des Zweiten Weltkrieges erleben sollten", fasst die Stiftung die Ereignisse aus dem Oktober 1943 zusammen. Nachdem die SS-Wachmannschaften die Kontrolle über das Lager wiedererlangt hatten, ermordeten sie alle verbliebenen Häftlinge.

Der Häftlingsaufstand jährt sich im kommenden Oktober zum 75. Mal. Der Massenmord an über 250.000 Juden begann in Sobibor im Mai 1942. Waispapir, dessen gesamte Familie während der deutschen Besatzung ermordet wurde, heiratete nach dem Krieg und wurde Vater von zwei Söhnen. Er lebte und arbeitete vor allem in Städten der Ostukraine, bevor er sich zur Ruhe setzte und 1994 in die Hauptstadt Kiew zog.

*Datenschutz
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

Mehr zum Thema