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"Politische Ziele erreicht" Ukip-Chef Farage tritt zurück

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Nigel Farage

(Foto: REUTERS)

Der Chef der rechtspopulistischen britischen Partei Ukip, Nigel Farage, tritt zurück. Sein politisches Ziel, sein Land zurückzugewinnen, habe er erreicht. Nun wolle er sein Leben zurück. An den möglichen neuen Premierminister richtet er eine Forderung.

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Der Chef der rechtspopulistischen britischen Partei Ukip, Nigel Farage, tritt völlig überraschend zurück. "Ich will mein Leben zurückhaben", sagte der Brexit-Wortführer. Mit der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union habe er sein politisches Ziel erreicht, sagte Farage. "Ich habe entschieden, als Chef der Ukip zurückzutreten", sagte Farage. "Der Sieg des 'Leave'-Lagers bei dem Referendum bedeutet, dass sich meine politischen Ziele erfüllt haben."

Farage war einer der entschiedensten Verfechter des Brexit, für den sich bei dem Referendum vor eineinhalb Wochen knapp 52 Prozent der Briten aussprachen. Er wolle seiner Partei aber weiterhin behilflich sein, sagt Farage. Zugleich fordert er, dass der neue Premierminister ein Befürworter des Austritts aus der EU sein müsse. Farage stand seit 2010 an der Spitze der Unabhängigkeitspartei, bereits zuvor war von 2006 bis 2009 UKIP-Parteichef gewesen.

"Die Zündler schleichen sich davon"

Er ist seit 17 Jahren Mitglied des Europaparlaments. Seinen Sitz in dem Parlament will Farage auch behalten. Von dort aus möchte er den Fortschritt der britischen Austrittsverhandlungen verfolgen. Außerdem will er Austrittsbewegungen anderer europäischer Länder unterstützen, so Farage in seiner Rücktrittsrede.

Farages Rückzug ist die zweite große Überraschung nach dem Referendum. Erst vor wenigen Tagen hatte Johnson seinen Verzicht auf eine Kandidatur für das Amt des Premierministers angekündigt. Premier David Cameron, der für den Verbleib in der EU gekämpft hatte, kündigte nach dem Votum seinen Rücktritt für die nächsten Monate an. 

"Die Zündler schleichen sich davon. Das Nicht-Antreten Boris Johnsons und der Rücktritt Nigel Farages zeigen die Verantwortungslosigkeit und Planlosigkeit der Brexit-Befürworter", kritisierte der EU-Parlamentarier der konservativen ÖVP, Othmar Karas. Farage stand seit 2010 an der Spitze der Partei, bereits zuvor war er von 2006 bis 2009 Parteichef. Er gilt als Hardliner, der vor allem Migration zu einem Hauptthema des Brexit-Wahlkampfs gemacht hatte. Kritiker warfen ihm vor, er sei demagogisch und schüre in der Bevölkerung Ängste gegen Ausländer. Auf Ablehnung und Abscheu auch im Brexit-Lager stieß etwa ein Ukip-Wahlplakat, auf dem eine sehr lange Menschenschlange und das Wort Breaking Point (Bruchstelle) zu sehen war.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts/dpa/AFP

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