Politik

Forsa-Forscher im "Frühstart" "Union hat noch die meisten Reserven"

Meinungsforscher Matuschek hält einen Stimmungsumschwung vor der Bundestagswahl für möglich. "Die Partei, die auf der Zielgeraden noch die meisten Reserven hat, wäre die Union." Die Frage sei, ob sie dieses Potenzial mit Laschet abrufen könne.

Die Sozialdemokraten sollten sich auf ihrem Umfragevorsprung nicht ausruhen. "Es kann sich noch viel bewegen bis zum Wahltag", sagt Forsa-Meinungsforscher Peter Matuschek. Im jüngsten RTL/ntv-Trendbarometer, das vom Meinungsforschungsinstitut Forsa erhoben wird, liegt die SPD mit 25 Prozent vor der Union, die auf 21 Prozent kommt.

Matuschek sieht bei der Union noch das Potenzial, bis zum Wahltag aufzuholen. Allerdings könnte der eigene Kandidat die Hürde sein: "Die Partei, die auf der Zielgeraden noch die meisten Reserven hat, wäre die Union. Die Frage ist allerdings, ob sie mit Armin Laschet dieses Potenzial abrufen kann."

Einen Termin, auf den die Union hoffen dürfte, ist die Anhörung von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz am Montag vor dem Finanzausschuss des Bundestags. Scholz muss sich in seiner Rolle als Bundesfinanzminister zu den Durchsuchungen in seinem Ministerium im Rahmen der Ermittlungen gegen die Zoll-Behörde FIU äußern. Doch laut Matuschek werden weder die Ermittlungen noch die Anhörung einen Einfluss auf die Zustimmungswerte der SPD haben. "Auch der Wirecard-Skandal hat Scholz nicht wirklich geschadet. Das Problem bei solchen Vorgängen ist, dass die Mehrheit es gar nicht durchschaut", so der Meinungsforscher.

Auch das von der Union aufgebaute Schreckgespenst einer rot-rot-grünen Bundesregierung stellt laut Matuschek keine Gefahr für Scholz da. Eine Koalition mit der Linkspartei würden zwar nicht viele befürworten, dieses Szenario löse noch lange nicht den Schrecken aus wie etwa vor 20 Jahren, so Matuschek. Für den Meinungsforscher ist das Linksbündnis dennoch unrealistisch, da Scholz eine Koalition mit den Linken faktisch ausgeschlossen habe, indem er in den letzten Wochen oft auf die Unterschiede zwischen SPD und Linken in der Außen- und Verteidigungspolitik hingewiesen hat.

Matuschek vermutet taktische Gründe für mögliche Sondierungsgespräche mit der FDP: "Scholz schließt das Linksbündnis nicht aus, um Verhandlungsmasse für spätere Koalitionsverhandlungen zu haben. Wenn er jetzt Rot-Grün-Rot ausschließen würde, könnte Christian Lindner als Königsmacher ihm die Bedingungen diktieren."

Nach der aktuellen Forsa-Umfrage ist Scholz der zweitbeliebteste Politiker in Deutschland. Damit liegt der SPD-Kandidat hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel und hat CSU-Chef Markus Söder überholt. Auf die Frage, was Scholz im Vergleich zu seinen Konkurrenten ums Kanzleramt besser macht, sagt Matuschek: "Olaf Scholz macht keine Fehler. Während Armin Laschet und Annalena Baerbock ins Straucheln geraten sind, hat Scholz seinen Wahlkampf stur weitergeführt."

Quelle: ntv.de, dhe

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