Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Union nur noch bei 19 Prozent

CDU und CSU stürzen im Trendbarometer auf den wahrscheinlich niedrigsten jemals gemessenen Wert. Der Partei droht zudem ein Verlust von zahlreichen Direktmandaten. In der Kanzlerfrage ist Laschet nur noch einstellig.

Die von der Union erhoffte Trendwende ist nicht in Sicht: Im RTL/ntv-Trendbarometer fallen CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte und liegen nun bei 19 Prozent. Das dürfte der niedrigste Wert sein, den jemals ein Institut seit 1949 für die Union ermittelt hat.

Die SPD kann ihren Wert um zwei Punkte verbessern. Sie liegt jetzt sechs Prozentpunkte vor der Union und acht Prozentpunkte vor den Grünen, deren Wert um einen Punkt auf 17 Prozent fällt. Die FDP verbessert sich um einen Punkt auf 13 Prozent. Die Werte der anderen Parteien bleiben unverändert.

Wenn bereits jetzt Bundestagswahl wäre, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: SPD 25 Prozent (Bundestagswahl 2017: 20,5), CDU/CSU 19 Prozent (32,9), Grüne 17 Prozent (8,9), FDP 13 Prozent (10,7), AfD 11 Prozent (12,6), Linke 6 Prozent (9,2). Die sonstigen kleineren Parteien erreichen zusammen 9 Prozent (5,2). Von den sonstigen Parteien erreicht aber keine Partei die 3-Prozent-Marke. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 22 Prozent etwas unter dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8).

Im durch die Überhangs- und Ausgleichsmandate im Vergleich zu 2017 nochmals um 87 Abgeordnete größeren Bundestag (796 Abgeordnete) wäre die Union nur noch mit 169 Abgeordneten (77 weniger als 2017) vertreten, während die SPD 218 Abgeordnete hätte. Die Grünen würden mit 148 Abgeordneten in den Bundestag einziehen, die FDP mit 113, die AfD mit 96 und die Linke mit 52.

Die Grünen könnten 81 Abgeordnete, die FDP 33 Abgeordnete, die SPD 65 Abgeordnete und die AfD zwei Abgeordnete mehr als 2017 in den Bundestag entsenden. Die anderen Parteien wären mit weniger Abgeordneten im Bundestag vertreten als 2017.

Union droht Einbruch bei Direktmandaten

Nach der Mandatsberechnung von Forsa würde die Union nicht nur mit insgesamt 77 Abgeordneten weniger als nach der letzten Bundestagswahl im Bundestag vertreten sein, sondern auch viele Direktmandate nicht mehr gewinnen. 2017 gewann die Union 231 Direktmandate. Bei den gegenwärtigen Daten zur politischen Stimmung würde die Union nur noch weniger als 90 der 299 Wahlkreise direkt gewinnen können, das wären über 140 Direktmandate weniger als vor vier Jahren.

Eine regierungsfähige Mehrheit (399 Sitze) hätten derzeit nur Dreier-Koalitionen: eine Koalition aus Union, Grünen und FDP (430 Mandate), eine Koalition aus Union, SPD und FDP (500 Mandate), eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP (479 Mandate) und eine Koalition aus SPD, Grünen und Linke (418 Mandate). Keine Mehrheit hätten weiterhin Bündnisse aus SPD und CDU/CSU (387 Mandate) sowie eine rot-grüne Regierung (366 Mandate) oder ein Bündnis aus CDU/CSU und FDP (282 Mandate).

Kanzlerfrage: Laschet nur noch einstellig

Bei der Kanzlerpräferenz gewinnt SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt, während Unionskanzlerkandidat Armin Laschet zwei weitere Prozentpunkte verliert und damit unter die 10-Prozent-Marke rutscht. Mit 30 Prozent liegt Scholz jetzt 21 Punkte vor Laschet und 15 Prozentpunkte vor Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, die auf unverändert 15 Prozent kommt. 46 Prozent würden sich für keinen der drei Bewerber entscheiden.

Wäre CSU-Chef Markus Söder Kanzlerkandidat der Union, würden sich 38 Prozent für ihn und nur 21 Prozent für Scholz und 15 Prozent für Baerbock entscheiden. Für Söder würden sich somit viermal mehr Wahlberechtigte als für Laschet entscheiden.

Auch in NRW kommt Söder besser an

Söder läge auch in Nordrhein-Westfalen, dem Heimatland Laschets, mit 35 Prozent 21 Punkte vor Laschet mit 14 Prozent. In Bayern würden sich 50 Prozent für Söder und nur 7 Prozent für Laschet entscheiden. Auch bei den Wählern der CDU von 2017 läge Söder mit 65 Prozent 42 Prozentpunkte vor Laschet mit nur 23 Prozent. Und von den CDU/CSU-Wählern von 2017, die heute der CDU oder CSU ihre Stimme nicht mehr geben wollen, würden sich 57 Prozent für Söder und nur 5 Prozent für Laschet entscheiden.

In der Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, legt die SPD weiter zu. 12 Prozent nennen hier die Sozialdemokraten, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. Im Juni stand die SPD in der Frage der politischen Kompetenz noch bei 5 Prozent. Die Union wird auf diese Frage von 16 Prozent genannt. Im Juni waren es noch 26 Prozent. Bei den Grünen liegt dieser Wert bei 9 Prozent, im Juni waren es 10 Prozent. Dass keine Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, sagen 53 Prozent.

Mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Pandemie sind 48 Prozent zufrieden. 52 Prozent sind nicht zufrieden. Überdurchschnittlich unzufrieden sind weiterhin die Anhänger der FDP (65 Prozent) und vor allem der AfD (93 Prozent).

Die Daten wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 31. August bis 6. September 2021 erhoben. Datenbasis: 2505 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, hvo

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