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RTL/ntv Trendbarometer Vertrauen in Ärzte und Polizisten gestiegen

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In guten Händen: So fühlen sich einer aktuellen Umfrage zufolge die meisten Deutschen in der Arztpraxis.

(Foto: imago images/photothek)

In der Krise wächst nicht nur die Akzeptanz von medizinischem Personal und Ordnungskräften. Auch Gerichte und politische Institutionen legen in der Gunst der Bürger zu. Besonders unbeliebt sind dagegen drei Gruppen.

Spätestens seit Ausbruch der Pandemie gelten sie als systemrelevant: Mediziner und Polizisten. Dass diese Einordnung auch bis in die Mitte der Gesellschaft ausstrahlt, zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv: 86 Prozent der befragten Bundesbürger gaben demnach an, den Ärzten zu vertrauen - und damit 6 Prozent mehr als zu Vor-Corona-Zeiten. Platz zwei belegt die Polizei: Ihr vertrauen 82 Prozent der Teilnehmer, das sind 2 Prozentpunkte mehr als noch zur Jahreswende 2019/2020, dem Zeitraum der Vergleichsumfrage.

Für diese beiden Berufsgruppen hat sich in den vergangenen 15 Jahren kaum etwas geändert. Eine ähnlich konstant hohe Akzeptanz genießen Universitäten. 77 Prozent der Befragten gaben sowohl vor der Pandemie als auch danach an, ihnen zu vertrauen. In anderen Bereichen ergibt die Auswertung der neuen Daten, die das Institut vom 5. bis zum 14. Mai 2020 erhoben hat, deutliche Verschiebungen im Vergleich zum Zeitraum vor Ausbruch der Corona-Krise.

Ordentlich zugelegt haben demnach das Bundesverfassungsgericht und die kommunalen Unternehmen. Ihnen vertrauen nun 8 Prozent mehr als im Januar, beide landen mit jeweils 75 Prozent auf Rang vier. Danach folgen die "eigenen Arbeitgeber", denen 73 Prozent der Beschäftigten vertrauen - ein in der Krise um fünf Prozentpunkte gestiegener Wert. Was auf einen größeren Zusammenhalt in schwierigen Zeiten hindeuten könnte.

Ein deutliches Plus für die Gerichte

Neben dem Bundesverfassungsgericht legten auch andere Gerichte in der Gunst der Bürger zu, und zwar um sechs Prozentpunkte. In der Corona-Krise vertrauen ihnen 72 Prozent der Befragten. Mehr als 50 Prozent haben zu den in Deutschland tätigen Meinungsforschungsinstituten (59 Prozent) und zum Radio (56 Prozent) großes Vertrauen. Jenseits von 40 Prozent liegt auch das Vertrauen in Bundeswehr und Gewerkschaften.

Auch zur Presse ist das Vertrauen seit Januar um zwei Prozentpunkte gestiegen. 45 Prozent der Befragten gaben an, den deutschen Medien zu glauben. 30 oder mehr Prozent vertrauen der evangelischen Kirche (36 Prozent), den Sparkassen (38 Prozent), dem Fernsehen (34 Prozent) und den Unternehmern (31 Prozent).

Der Heilige Stuhl hat dagegen einen schweren Stand: Nur zwischen 20 und 30 Prozent vertrauen dem Papst (28 Prozent). Arbeitgeberverbänden gegenüber ist die Skepsis noch größer: Ihnen vertrauen gerade einmal 26 Prozent, den Banken nur 24 Prozent. Weniger als 20 Prozent fühlen sich bei Versicherungen und der katholischen Kirche (16 Prozent) auf der sicheren Seite. Manager schneiden mit 9 Prozent deutlich schlechter ab als andere Gruppen.

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Was sich seit der Jahreswende sogar noch um einen Prozentpunkt verschlechtert hat: das Vertrauen gegenüber dem Islam. Die befragten Bundesbürger bringen der Weltreligion mit einem Wert von 8 Prozent sehr viel Misstrauen entgegen. Als Schlusslicht darunter liegen wie bereits Anfang des Jahres nur noch die Werbeagenturen: mit mageren 4 Prozent.

Während der Corona-Krise ist das Vertrauen in alle politischen Institutionen (mit Ausnahme der Europäischen Union) drastisch gestiegen. Doch auch von den 24 sonstigen Institutionen haben 13 zwischen Januar und Mai 2020 einen Vertrauenszuwachs von zwei oder mehr Prozentpunkten zu verzeichnen. Die größten Zuwächse erreichen die kommunalen Unternehmen (acht Prozentpunkte), Ärzte und die Gerichte (jeweils plus sechs Prozentpunkte) sowie die eigenen Arbeitgeber, Sparkassen und Banken (jeweils plus fünf Prozentpunkte).

Das Forsa-Institut ermittelt seit 2005 Jahr für Jahr, wie groß das Vertrauen der Bürger in die verschiedensten Institutionen ist. An der aktuellen Studie vom Mai 2020 nahmen 4023 Bundesbürger teil. In der Vergleichsstudie zur Jahreswende waren es 2505.

Quelle: ntv.de, faa