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IS ermordet US-Geisel Weißes Haus bestätigt Enthauptung

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Kassig gründete eine Hilfsorganisation, um Syrern zu helfen.

(Foto: REUTERS)

Nun ist es traurige Gewissheit: Die Terroristen des IS haben eine weitere westliche Geisel enthauptet - einen Entwicklungshelfer, der sich für Syrer einsetzte. US-Präsident Obama spricht von einem Akt des "puren Bösen".

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat einen weiteren US-Bürger als fünfte ausländische Geisel ermordet. Die USA bestätigten die Echtheit eines im Internet verbreiteten IS-Videos. Die Aufnahme zur Enthauptung des US-Bürgers Peter Kassig zeigt auch eine Massenhinrichtung gefangener Soldaten.

US-Präsident Barack Obama verurteilte das Verbrechen und sprach Kassigs Familie sein Beileid aus. Der aus Indianapolis stammende Entwicklungshelfer habe einen "unzähmbaren Geist des Guten und der Ausdauer" in sich getragen, erklärte Obama auf seiner Rückreise vom G20-Gipfel in Australien.

Kassigs Entführung durch IS-Terroristen sei ein Akt des puren Bösen gewesen. Wie die zuvor vom IS enthaupteten Amerikaner Jim Foley und Steven Sotloff stehe sein Wirken in starkem Kontrast zu allem, wofür die Sunnitenmiliz stehe.

Auch Außenminister John Kerry verurteilte die Enthauptung. Verteidigungsminister Chuck Hagel sprach von "rücksichtloser Grausamkeit".

Kassig leistete nach Angaben der "Washington Post" Armeedienst beim bekannten 75. Ranger Regiment. Der Infanterist habe mit seiner Einheit von April bis Juli 2007 im Irak gedient. Nach seinem Ausscheiden aus der Armee begann Kassig dem Bericht zufolge, Politikwissenschaft zu studieren. Er beteiligte sich an Hilfsprojekten für Syrien.

Video zeigt auch Enthauptung von Syrern

Der aus Indianapolis stammende Kassig trat während seiner Gefangenschaft zum Islam über, wie der Sender CNN berichtet. In einem Abschiedsbrief hatte Kassig sich aus seiner Gefangenschaft an seine Eltern gewandt, die das Schreiben Mitte Oktober veröffentlichten. "Wenn ich sterben sollte, findet Ihr wohl wenigstens Trost und Zuflucht in dem Gedanken, dass ich in dem Bemühen davonging, Leid zu lindern und Bedürftigen zu helfen", schrieb er. Er bedankte sich bei seinen Eltern und schrieb, dass er bei ihnen sei.

Kassigs Eltern hatten lange für die Freilassung ihres Sohnes gekämpft und baten nun die Öffentlichkeit um Zurückhaltung. Auf ihrem Twitter-Account schrieben sie: "Es bricht uns das Herz, zu erfahren, dass unser Sohn sein Leben aus Liebe zum syrischen Volk verloren hat".

In dem nun veröffentlichten Video werden auch Enthauptungen syrischer Soldaten gezeigt - vermutlich in Nordsyrien. Ein vermummter Dschihadist richtet in englischer Sprache mit britischem Akzent eine Botschaft an Präsident Obama, in der er sagt, dass Kassig US-Soldat gewesen sei und den US-Truppen Ähnliches widerfahren werde. Erneut machte die Terrorgruppe ihre Expansionsansprüche deutlich: auf Saudi-Arabien, Libyen oder auch Europa.

Neue Phase im Krieg gegen den IS

Der prominente US-Senator Dick Durbin bezeichnete das Video als tragische Erinnerung an die Bestialität der IS-Kämpfer. Trotzdem sei eine Entsendung von US-Kampftruppen am Boden keine Lösung, um dem Konflikt in Syrien beizukommen. Dies wäre ein "ernsthafter Fehler", sagte der Demokrat am Sonntag im CNN-Interview. Die USA hätten im Irak und in Afghanistan ihre Lektion gelernt. Um IS zu besiegen, seien Kämpfer aus der Region nötig, die ausgebildet, ausgerüstet und mit Luftschlägen unterstützt werden müssten.

Die USA wollen nun eine neue Phase im Krieg gegen den IS einleiten. Am Wochenende besuchte US-Stabschef Martin Dempsey erstmals seit Beginn der internationalen Luftangriffe gegen die Dschihadisten die irakische Hauptstadt Bagdad. Dempsey beriet mit irakischen Politikern und Sicherheitsvertretern über die nächste Etappe zur Niederschlagung des IS.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa