Politik

Leutnant wusste von Franco A. Weiterer rechtsextremer Soldat aufgeflogen

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Ralf G. diente in Augustdorf, wo die Kaserne nach dem umstrittenen Wehrmachtsgeneral Erwin Rommel benannt ist.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Auffliegen der Terrorplanungen des Bundeswehrsoldaten Franco A. wurden zwei Unterstützer des Oberleutnants festgenommen. Ein vierter Soldat soll einem Bericht zufolge von dem Treiben der Männer gewusst haben. Er wird wohl nie wieder eine Uniform tragen.

Im Zuge der Affäre um Franco A. hat die Bundeswehr einen weiteren Soldaten wegen rechtsextremer Äußerungen vom Dienst suspendiert. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte einen Bericht des "Spiegel", wonach der betroffene Oberleutnant Ralf G. außerdem keine Uniform mehr tragen dürfe.

Sein Fall wurde dem Nachrichtenmagazin zufolge an die Bundesanwaltschaft übergeben. Sie soll demnach klären, ob Ralf G. nähere Kenntnisse von der Gruppe um den mutmaßlich rechtsextremen Oberleutnant Franco A. hatte. Dieser hatte sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben und plante mit Komplizen offenbar einen Anschlag unter falscher Identität. Zwei weitere Verdächtige sitzen in dem Fall in Haft, der Oberleutnant Maximilian T. und der Student Mathias F.

Demnach soll sich Ralf G. in seiner Kaserne in Augustdorf rechtsextrem geäußert haben, gegen Flüchtlinge gehetzt und auch einen Hinweis auf die Gruppe um Franco A. gegeben haben. Der Soldat habe laut der Zeugenaussage eines Kameraden gesagt, in der Kaserne Illkirch gebe es "eine Gruppe gewaltbereiter Offiziere, die Waffen und Munition sammeln, um im Fall eines Bürgerkriegs auf der richtigen Seite zu kämpfen".  In Illkirch waren Franco A. und Maximilian T. stationiert. Interne Ermittlungen der Bundeswehr hätten ergeben, dass G. den am Dienstag festgenommenen T. persönlich gekannt habe.

Verdächtige Bücher auf Datenträger

Wie das Blatt weiter berichtete, fanden Ermittler bei Franco A. eine Anleitung zum Bombenbau. Auf einem elektronischen Datenträger des Offiziers habe sich das "Mujahideen Explosives Handbook" befunden, das in islamistischen Kreisen lange als Lehrbuch gehandelt worden sei.

Darüber hinaus hätten die Ermittler auf den Datenträgern ein Werk mit dem Titel "Der totale Widerstand" entdeckt - ein Schweizer Buch aus der Zeit des Kalten Kriegs, das sich mit Widerstandsmethoden gegen eine Besatzerarmee befasst. In Deutschland steht es laut "Spiegel" seit 1988 auf dem Index, zirkuliert aber weiter in Neonazikreisen.

Auf den Datenträgern fanden sich zudem teilweise stundenlange Selbstreflexionen von Franco A., wie das Nachrichtenmagazin erfuhr. Diese sollen demnach seine Gewaltbereitschaft belegen. "Gewalt war nicht nur eine letzte Option, sondern wird durchgehend als probates Mittel beschrieben", zitierte der "Spiegel" aus Sicherheitskreisen.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP