Politik

Forderung von Muslimverband "Wer hier Ärger macht, muss gehen"

3rnm4225.jpg1827740894972860450.jpg

Ein Flüchtlingsmädchen zeigt das Victory-Zeichen unweit des Bahnhofes Schönefeld in Brandenburg.

(Foto: dpa)

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland fordert "klare Regeln" für die Integration. Wer in Deutschland religiöse Konflikte austragen wolle, habe hier nichts mehr zu suchen und müsse gehen. Die Flüchtlinge müssten wissen, wie "unser Gemeinwesen aussieht".

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland dringt auf eine schnelle Integration von Flüchtlingen in Deutschland, nennt dafür aber auch Voraussetzungen. "Wir müssen ganz klar hier Regeln aufstellen", sagte der Ratsvorsitzende Aiman Mazyek dem Bayerischen Rundfunk. Er sei besorgt, dass religiöse Konflikte auch nach Deutschland hineingetragen werden könnten.

"Und es wird diese Konflikte geben", so Mazyek. Dem müsse entschieden entgegengetreten werden: "Jene, die meinen, hier in Deutschland ihre Konflikte auszutragen, die haben sofort ihr Recht, hier weilen zu dürfen, verwirkt. Die haben hier nichts zu suchen und müssen gehen."

Mehr zum Thema im Liveticker.

Grundgesetz auf Arabisch

Der Zentralrats-Vorsitzende plädierte für eine Politik des "Förderns und Forderns" auch bei der Integration. Wichtig sei vor allem ein schneller Spracherwerb. Zudem müsse zügig den Flüchtlingen deutlich gemacht werden, "wie unser Gemeinwesen aussieht". Ein Beitrag dazu könne sein, das Grundgesetz auf Arabisch zu übersetzen.

Erst unlängst hatte Mazyek für den Einsatz muslimischer Integrationslotsen geworben. "Wir sollten Integrationslotsen und Scouts heranbilden, die die arabische Sprache beherrschen und denselben Glauben wie die Flüchtlinge haben." Er könne sich vorstellen, dass dies einen starken Wirkungsgrad entfalte.

Um Konflikte zu vermeiden, "sollte man den Flüchtlingen aber auch zügig unsere zentralen Verfassungswerte in einer obligatorischen Staatsbürgerkunde vermitteln", forderte Mazyek. Am Ende solcher Kurse könne "so was wie ein Integrationspass stehen".

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch im Bundestag gesagt, bei der Aufnahme Hunderttausender Flüchtlinge in Deutschland müsse die Integration "allerhöchste Priorität" haben.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen