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Freitag, 15. Juli 2016

Courage mit dem Leben bezahlt: Wie der Nizza-Attentäter gestoppt wurde

Ein Rollerfahrer versucht, den Attentäter von Nizza in seinem Lkw zu stoppen und bezahlt mit dem Leben. Kurz darauf klettert erneut ein Passant auf den fahrenden Laster. Schließlich durchlöchern die Kugeln der Polizei den Attentäter. Er hätte noch viel mehr Menschen töten können.

Mindestens 84 Menschen tötet Mohamed Lahouaiej Bouhlel, als er mit einem Lkw in die Menschenmenge an der Promenade von Nizza rast. Etwa 50 Personen kämpfen in den Krankenhäusern der Region noch um ihr Leben. Wie viele Menschen Bouhlel noch hätte töten können, wenn er nicht gestoppt worden wäre, ist ungewiss. Drei Mal versuchen Menschen, den Attentäter zu stoppen. Einer bezahlt den Versuch mit dem Leben. Erst als der Laster von mehr als 50 Einschusslöchern durchsiebt ist, hat der Anschlag ein Ende.

Französischen Medien zufolge tötet Bouhlel vor allem auf dem letzten Stück seiner Fahrt besonders viele Menschen. Die Rede ist von 30 Opfern auf den letzten Metern der Route. Noch bevor er den 19-Tonner ein letztes Mal beschleunigen konnte, versucht bereits ein Rollerfahrer, den Lkw zu stoppen. Auf einem Amateurvideo ist zu erkennen, wie der Mann den Laster links überholt und versucht, von seinem Roller zu steigen und die Fahrertür zu erreichen. Hinter dem Lkw laufen zwei Polizisten, die Schüsse abfeuern, um Bouhlel zu stoppen.

Auf dem Screenshot des Videos ist zu erkennen, wie der Mann den Lkw links überholt. Kurz darauf ist der couragierte Rollerfahrer tot.
Auf dem Screenshot des Videos ist zu erkennen, wie der Mann den Lkw links überholt. Kurz darauf ist der couragierte Rollerfahrer tot.

Der unbekannte Rollerfahrer erreicht die Tür des Führerhauses nicht und stürzt unter den Laster. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Mann und sein Roller überfahren werden. Er überlebt französischen Medien zufolge den Versuch, Schlimmeres zu verhindern, nicht.

Auf dem Video ist dann zu erkennen, wie der Lkw stark beschleunigt und in die Menschenmenge rast. Geschrei ist zu hören, dann bricht die Aufnahme ab. Die Polizisten, die Bouhlel verfolgen, müssen hilflos mit ansehen, wie Dutzende von dem Fahrzeug getötet werden. Dann versucht ein weiterer Zivilist, Bouhlel zu stoppen.

 

Die französische Tageszeitung "Figaro" berichtet, ein Passant habe "mit bloßen Händen" versucht, den Fahrer zu stoppen. Offenbar sprang der Mann auf den fahrenden Lkw auf. Dann habe Bouhlel eine Schusswaffe gezogen und versucht, auf den mutigen Passanten zu schießen. Der konnte jedoch flüchten.

Kurz darauf holen die beiden Polizisten den Lkw ein. Bouhlel richtet seine Waffe gegen die zwei Beamten, die eröffnen sofort das Feuer. Zu diesem Zeitpunkt kommen laut "Figaro" den Polizisten mehrere Soldaten zur Hilfe, die ebenfalls auf Bouhlel schießen. Insgesamt durchschlagen mehr als 50 Kugeln das Führerhaus des Lkw. Bouhlel stirbt im Kugelhagel.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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