Politik

Ein bisschen Statistik Wie stehen Trumps Chancen?

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Am Dienstag verzichtete Trump auf einen Auftritt beim Parteitag in Cleveland - er ließ sich lediglich bei Video aus New York zuschalten.

(Foto: REUTERS)

Im Moment ist die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump Präsident wird, nicht besonders groß. Allerdings heißt das nicht viel.

Die Zahlen sind eindeutig: Statistisch gesehen hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump kaum Aussicht, ins Weiße Haus einzuziehen. Nach Berechnungen der "New York Times" liegen die Chancen seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton, am 8. November zur ersten US-Präsidentin gewählt zu werden, bei 76 Prozent.

Die Zeit der Parteitage

Donald Trump ist am Dienstag zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt worden. Der Nominierungsparteitag der Demokraten findet in der kommenden Woche statt. Dann wird Hillary Clinton offiziell zur Kandidatin ihrer Partei bestimmt.

Die Prognose der Zeitung beruht auf 300 Umfragen, die in einzelnen Bundesstaaten und auf nationaler Ebene seit Mitte April durchgeführt wurden. Auf dieser Basis geht die "Times" davon aus, dass Clinton in 14 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington die klare Favoritin ist und damit so gut wie sicher auf 186 Elektorenstimmen kommt. Rechnet man acht weniger deutlich wählende Bundesstaaten dazu, die derzeit eher zu den Demokraten tendieren, käme die ehemalige Außenministerin auf 275 Stimmen im "electoral college", dem Gremium der Wahlmänner und -frauen. Damit hätte sie gewonnen. Wer Präsident oder Präsidentin werden will, braucht 270 Wahlmänner.

Auch beim Statistik-Blog FiveThirtyEight liegt Clinton klar vorn, hier wird Trump eine 36-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg zugesprochen. Dieser Untersuchung zufolge ist Clintons Vorsprung so groß wie der von Barack Obama zum selben Zeitpunkt im Wahlkampf 2008.

Nach einer Analyse der "Washington Post" hat Clinton sogar 201 Elektorenstimmen so gut wie sicher, Trump nur 158. Für Clinton kommen hier noch sieben "Swing States" dazu, die zu den Demokraten tendieren.

Allerdings kann sich bis zur Wahl natürlich noch viel ändern. Immerhin sagen 67 Prozent der Befragten in einer aktuellen Erhebung, Clinton sei nicht ehrlich und ihr sei nicht zu trauen. Bei Trump sind es 62 Prozent. Der "Washington Post" zufolge sind diese Zahlen trotz des geringen Unterschieds eine schlechte Nachricht für Clinton, da von Trump gar nicht erwartet wird, dass er ehrlich ist. Schließlich stehe er dafür, "die alte Ordnung in die Luft zu jagen". In dieser Umfrage sind Trump und Clinton gleichermaßen unbeliebt: Jeweils 54 Prozent sagen bei Clinton und bei Trump, sie hätten keine gute Meinung von dieser Person. Beide, Clinton und Trump, sind im Vergleich zu früheren Präsidentschaftskandidaten extrem unbeliebt, wobei Trump meist noch schlechtere Werte als Clinton hat.

Die Statistiker von FiveThirtyEight weisen darauf hin, dass Clintons aktueller Vorsprung nicht nur so groß ist wie der des damaligen Wahlsiegers Obama vor acht Jahren. Auch der Demokrat John Kerry lag 2004 vor seinem Nominierungsparteitag vor Amtsinhaber George W. Bush, verlor die Wahl dann aber. Kurzum: Im Moment ist ein Wahlsieg von Hillary Clinton wahrscheinlich. Sicher ist er nicht, Trump hat ja auch im Vorwahlkampf jede Prognose widerlegt. Gewählt wird in 16 Wochen.

Quelle: ntv.de, hvo