Politik

Kuhn liegt nach erster Wahlrunde vorn Wird Stuttgart grün?

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Kuhn gibt sich siegessicher - aber der Wahlausgang ist knapp.

(Foto: dapd)

"Jetzt noch zwei Wochen", twittert der Grünenpolitiker Fritz Kuhn nach der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart. Er liegt vorn, muss sich aber bei der Stichwahl dem parteilosen Sebastian Turner stellen. Und der liegt gerade mal zwei Prozentpunkte hinter Kuhn.

Die Grünen haben in der konservativen Hochburg Stuttgart gute Chancen, den nächsten Oberbürgermeister zu stellen und damit die fast vier Jahrzehnte währende Vorherrschaft der CDU zu brechen. Der in Umfragen favorisierte 57-jährige Realo Fritz Kuhn errang bei hoher Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang 36,5 Prozent, wie die Stadt Stuttgart nach Auszählung aller Wahlbezirke als vorläufiges Endergebnis mitteilte.

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Der parteilose Kandidat Turner macht sich auch noch Hoffnungen auf den Wahlsieg.

(Foto: dpa)

Kuhn setzte sich damit gegen den parteilosen Werbefachmann Sebastian Turner durch, der als Kandidat von CDU, FDP und Freien Wähler auf 34,5 Prozent kam. Auf dem dritten Platz landete abgeschlagen die der SPD nahestehende Bettina Wilhelm mit 15,1 Prozent.

Kuhn twitterte nach dem bereits während der Stimmauszählung absehbaren Sieg im ersten Wahlgang: "Danke! Jetzt noch zwei Wochen." Da er die absolute Mehrheit verfehlte, wird der künftige Oberbürgermeister in Deutschlands sechstgrößter Stadt am 21. Oktober in einem weiteren Wahlgang bestimmt werden. Für diese zweite Runde zeigte sich der frühere grüne Parteichef Kuhn zuversichtlich: "Wer Wahlergebnisse lesen kann, der weiß, dass wir die Wahl in 14 Tagen gewinnen werden."

"Gute Ausgangslage"

Sein schärfster Konkurrent im zweiten Wahlgang, der 46-jährige politische Quereinsteiger Turner, sprach von einer "guten Ausgangslage". Viele Wähler würden einen parteilosen Kandidaten bevorzugen. Er werde sich in den nächsten zwei Wochen vor allem die Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze kümmern, sagte der Mitgründer und frühere Geschäftsführer der Werbeagentur Scholz & Friends.

Zur Wahl aufgerufen waren in Baden-Württembergs Landeshauptstadt rund 415.000 Einwohner. In den vergangenen 16 Jahren hatte der CDU-Politiker Wolfgang Schuster das Oberbürgermeisteramt inne, er hatte sich nicht wieder zur Wahl gestellt. Gegen ihn hatten sich die Grünen-Politiker Rezzo Schlauch und Boris Palmer nicht durchsetzen können. Vor Schuster führte sein Parteifreund Manfred Rommel Stuttgart 22 Jahre lang. 2009 eroberten die Grünen im Stuttgarter Stadtparlament die meisten Sitze und lösten die CDU als stärkste Kraft ab. Tübingen und Freiburg haben bereits einen grünen Oberbürgermeister.

Der linke Kandidat und Kritiker des Bahnprojekts Stuttgart 21, Hannes Rockenbauch, erhielt 10,4 Prozent. Während die Protestwelle gegen das mehrere Milliarden Euro teure Bahnprojekt Stuttgart 21 den Grünen Kretschmann im vergangenen Frühjahr an die Spitze der Landesregierung katapultiert hatte, spielte das Reizthema im Wahlkampf um den Oberbürgermeisterposten nicht mehr die Hauptrolle. Denn die Mehrheit der Baden-Württemberger hatte Ende 2011 dem Umbau des oberirdischen Stuttgarter Kopf- in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof in einer Volksabstimmung ihren Segen erteilt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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