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Kontakt bricht nach Einreise ab Zwei Deutsche in Ägypten vermisst

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Einer der Männer verschwand am Flughafen von Kairo, der andere in Luxor.

(Foto: imago)

Zwei junge Deutsche reisen im Dezember unabhängig voneinander nach Ägypten. Doch kaum dort angekommen, verliert sich ihre Spur - Angehörige vermuten, dass sie festgehalten werden. Die Deutsche Botschaft nimmt die Fälle "sehr ernst".

In Ägypten werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes zwei Deutsche vermisst. Die Deutsche Botschaft stehe in Kontakt mit den Behörden und bemühe sich in beiden Fällen mit Nachdruck um Aufklärung, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin. "Es geht dort um zwei verschiedene Fälle von deutschen Staatsangehörigen, die vermisst werden. Wir sind mit denen seit einigen Tagen befasst und wir nehmen beide Fälle sehr ernst", sagte er. Mit Blick auf das Wohl der Betroffenen könnten keine weiteren Angaben gemacht werden.

Nach dpa-Informationen handelt es sich im ersten Fall um einen 18-Jährigen aus Gießen, der am 17. Dezember über Luxor in das Land einreisen wollte, um seinen Großvater in Kairo zu besuchen. Vor dem Weiterflug in die Hauptstadt brach laut seines Vaters der Kontakt ab. Seitdem gebe es keine Spur von seinem Sohn. Über sein Handy ist der 18-Jährige demnach nicht mehr erreichbar.

"Er ist nicht angekommen. Mein Bruder hat (in Kairo) auf ihn gewartet", so der Vater. "Es sind jetzt drei Wochen und es gibt keine Spur. Niemand weiß, ob er noch am Leben ist." Er geht davon aus, dass ägyptische Sicherheitskräfte seinen Sohn festgenommen haben und er seitdem in Gewahrsam ist. Gründe für eine mögliche Festnahme kennt er nicht. Sein Sohn, der wahrscheinlich mit seinem ägyptischen Pass einreisen wollte, habe nichts getan.

Womöglich, so der Vater des 18-Jährigen, sei dieser "mit einer Person ähnlichen Namens" verwechselt worden. "Vielleicht war die Reiseroute für die Behörden verdächtig, weil mein Sohn nicht direkt nach Kairo geflogen ist", sagte der Vater der "Gießener Allgemeinen". Den Umweg über Luxor habe der Schüler jedoch lediglich aus Kostengründen gewählt.

Zehntausende aus politischen Gründen eingesperrt

Im zweiten Fall geht es um einen 23 Jahre alten Deutschen aus Göttingen, der mit seinem Bruder am 27. Dezember über den Flughafen Kairo nach Ägypten einreisen wollte. Die Behörden hielten den jungen Mann am Flughafen fest und ließen nur seinen Bruder einreisen, bestätigte seine Mutter. Seitdem ist der bei der Einreise Festgehaltene verschwunden.

Die Mutter des 23-Jährigen hatte sich in einem Brief an den deutschen Botschafter in Ägypten gewandt und um Hilfe gebeten. Durch Kontakte in Kairo habe man herausgefunden, dass sich der Sohn angeblich in einem Gebäude der "Hauptstelle des Geheimdienstes" in der Hauptstadt befinde. Er werde demnach ohne jegliche Begründung festgehalten. Beide Männer haben eine deutsche Mutter und einen ägyptischen Vater und besitzen den Angaben zufolge beide Staatsbürgerschaften.

Die ägyptische Regierung hat Menschenrechtsorganisationen zufolge in den vergangenen Jahren Zehntausende Menschen aus politischen Gründen eingesperrt. Bei einigen der aufsehenerregende Fällen handelte es sich um Doppelstaatler. Diese behandelt der ägyptische Staat als Ägypter, so dass die Möglichkeiten der Einwirkung für ausländische Regierungen gering sind.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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