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Drei Monate mehr Zeit Abgabefrist für Steuererklärung verlängert

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Wie schnell sind Sie auf 30 Metern? Und vor allem: Haben Sie Ihre Steuererklärung auch dabei?

(Foto: imago stock&people)

Alle Jahre wieder stellt so mancher Steuerpflichtige überrascht fest, dass ihm für die Abgabe kaum noch Zeit bleibt. Doch es gibt gute Nachrichten für alle, die die lästige Pflicht noch weiter nach hinten schieben möchten. Neuer Stichtag dürfte der 31. Oktober sein.

Neues Abgabedatum, altes Leid. Zwar ist nicht jeder zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Aber immerhin muss die Steuererklärung für 2020 in diesem Jahr erst später beim Finanzamt sein. Nämlich bis zum 31. Oktober 2021. Denn der Bundestag hat die Abgabefrist verlängert. Dem Gesetz muss zwar noch der Bundesrat zustimmen, das soll aber Ende Juni passieren. Grund ist einmal mehr die Belastung der Bürger, Ämter und Steuerberater durch die Corona-Krise.

Wer muss überhaupt eine Steuererklärung abgeben?

  • Alle Arbeitnehmer, die mindestens zwei verschiedene Tätigkeiten ausüben und Steuerklasse 6 haben.
  • Ehepaare, die über die Steuerklasse 3 beziehungsweise 5 ihr Geld verdienen.
  • Alle, die mehr als 410 Euro im Jahr zusätzlich zu ihrem Haupteinkommen haben. Dies können zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Renten sein.
  • Wer vom Finanzamt einen Freibetrag bewilligt bekommen hat.
  • Wer im Vorjahr in Kurzarbeit beschäftigt war.
  • Wer Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Eltern-, Kranken- oder Mutterschaftsgeld erhalten hat.
  • Eheleute, die sich 2020 scheiden ließen, zuvor aber gemeinsam veranlagt waren, sind zur Abgabe verpflichtet. Gleiches gilt bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eheleuten, bei denen ein Teil unterhaltspflichtig ist.
  • Rentner, wenn das Einkommen den Grundfreibetrag von 9408 Euro (Ledige) beziehungsweise 18.816 Euro (Verheiratete) übersteigt.

Wer muss keine Steuererklärung abgeben?

Personen, die über kein Einkommen verfügen oder deren Einkommen lediglich aus einem Beschäftigungsverhältnis resultiert und keine weiteren Einkünfte bestehen.

Für welche Steuern müssen Erklärungen abgegeben werden?

  • Zur Einkommensteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten sowie einheitlichen Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung sowie zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags,
  • zur Körperschaftsteuer - einschließlich der Erklärungen zu gesonderten Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen, die in Zusammenhang mit der Körperschaftsteuerveranlagung durchzuführen sind, sowie für die Zerlegung der Körperschaftsteuer,
  • zur Gewerbesteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten Feststellung des vortragsfähigen Gewerbeverlustes und zur gesonderten Feststellung des Zuwendungsvortrags sowie für die Zerlegung des Steuermessbetrags,
  • zur Umsatzsteuer sowie
  • zur gesonderten oder zur gesonderten und einheitlichen Feststellung nach Paragraf 18 des Außensteuergesetzes

Gilt die neue Frist 31. Oktober für jeden?

Nein, eine längere Frist gilt, wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein hilft. War der letzte Termin bisher noch Ende Februar 2022, endet die Frist diesmal dann erst am 31. Mai 2022.

Kann die Frist auch noch nach hinten geschoben werden?

Ja, egal ob die Erklärung mit oder ohne Hilfe erstellt wird. Allerdings muss die Fristverlängerung entgegen der Vergangenheit gut begründet werden. Gründe hierfür können beispielsweise Krankheit, fehlende Steuerbelege, Umzug oder Arbeitsüberlastung sein. Die Fristverlängerung muss allerdings nach derzeitigem Kenntnisstand bis zum 31. Oktober schriftlich beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Dieses legt dann einen neuen Abgabetermin fest.

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Welche Strafen werden fällig, wenn die Abgabefrist nicht eingehalten wird?

Für jeden angefangenen Monat, den die Steuererklärung zu spät ist, fallen 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer als Verspätungszuschlag an. 25 Euro sind aber mindestens fällig. Derart kann sich der Zuschlag auf bis zu 25.000 Euro summieren. Dabei wird die Strafzahlung automatisch festgesetzt, wenn die Erklärung nicht innerhalb von 14 Monaten nach Ablauf des jeweiligen Steuerjahres eingereicht ist. Notorischen Zuspätkommern drohen zusätzlich Zwangsgelder und Zinsen.

Wie lange haben jene Zeit, die nicht in der Pflicht sind, eine Erklärung abzugeben?

Wer freiwillig seine Steuererklärung abgibt, muss diese für das Jahr 2018 bis spätestens zum 31. Dezember 2022 dem Finanzamt zukommen lassen.

Quelle: ntv.de, awi

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