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Nach Rentenerhöhung Diese Rentner müssen jetzt Steuern zahlen

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Wer eine Einkommensteuerklärung abgeben muss, muss nicht in jedem Fall Steuern zahlen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

An sich ist so ein Rentenerhöhung ja eine schöne Sache. Immerhin werden fast elf Milliarden Euro pro Jahr mehr an die 21 Millionen Ruheständler ausgeschüttet. Doch bei nicht wenigen ist nun eine Steuererklärung fällig. Wen es trifft und was zu beachten ist, lesen Sie hier.

Zum 1. Juli 2019 erhalten die 21 Millionen Rentner in Deutschland deutlich höhere Renten. In Westdeutschland legen die Bezüge dann um 3,18 Prozent zu, im Osten um 3,91 Prozent.

Den meisten Ruheständlern dürfte es nicht schwerfallen, das zusätzliche Geld unter die Leute zu bringen. Allerdings sollten sie dabei eine mögliche Steuererklärung auf dem Zettel haben. Denn der Ruhestand schützt nicht per se vor Arbeit und auch nicht vor dem Finanzamt.

Zumindest dann nicht, wenn man zu den insgesamt knapp fünf Millionen Rentner zählt, die in diesem Jahr steuerpflichtig sind. Denn durch die Rentenerhöhung erhöht sich die Zahl der Betroffenen um 48.000 Personen, wie das Bundesfinanzministerium mitteilt. Tendenz steigend. Was nicht nur an den an und für sich erfreulichen Rentenerhöhungen liegt.

Rentenfreibetrag bleibt unverändert

Denn die Renten werden für jeden Jahrgang seit dem Jahr 2005 stärker besteuert. War vor 13 Jahren noch die Hälfte der damals bezogenen Rente steuerfrei, unterliegen im Jahr 2019 bereits 78 Prozent der Altersbezüge der Steuerpflicht. Denn Jahr für Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente für die jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2020 liegt er somit bei 80 Prozent der Jahresbruttorente. Danach erhöht er sich für Neurentner jeweils nur noch um einen Prozentpunkt. Alle Renten, die im Jahr 2040 oder später beginnen, sind dann zu 100 Prozent zu versteuern. Die gute Nachricht lautet, dass der Rentenfreibetrag auch in den Folgejahren unverändert bleibt. Beim Senior, der seit 2005 Rente bezieht, bleiben also auch im Jahr 2019 50 Prozent der Rentenzahlung von 2005 immer steuerfrei. Der Freibetrag bezieht sich dabei auf den konkreten Geldbetrag und nicht auf einen Anteil der jeweiligen Rente. Zukünftige Rentenerhöhungen müssen also voll versteuert werden.   

Hintergrund für die dynamische Rentenbesteuerung ist die Umstellung der Besteuerung auf ein nachgelagertes System. Das heißt, während des Erwerbslebens können die Beiträge zur Rentenversicherung steuerlich abgezogen und in der Auszahlungsphase muss die Rente versteuert werden.

Zumindest wird dann eine Einkommenssteuererklärung fällig, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte eines Rentners den jeweils für das entsprechende Jahr gültigen Grundfreibetrag überschreitet. Was dann auch langjährige Bestandsrentner betreffen kann. Für 2019 liegt dieser für Alleinstehende bei 9000 Euro und für Ehepartner bei zusammen 18.000 Euro.

Nicht nur die gesetzliche Rente zählt

Zu beachten ist, dass mit Einkünften nicht nur die gesetzliche Rente, sondern alle Einnahmen gemeint sind. Also unter anderem auch Mieteinnahmen, Bezüge aus einer Betriebs-, Riester- oder Privatrente und Kapitalerträge.

Liegt der Gesamtbetrag der Einkünfte für das kommende Jahr beispielsweise bei einem alleinstehenden Neurentner bei 16.000 Euro, übersteigen 78 Prozent hiervon (12.480 Euro) - den Grundfreibetrag von 9000 Euro. Es wird also eine Steuererklärung fällig. 

In welcher Höhe dann tatsächlich Steuern anfallen, hängt nicht zuletzt davon ab, in welche Ausgaben beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden können. Den analog zum noch werktätigen Steuerzahler haben auch Rentner die Möglichkeit, diverse Kosten in der Steuererklärung abzusetzen. Dazu zählen etwa Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die Kirchensteuer, Spenden, Beiträge zu Versicherungen wie einer Unfall- oder Haftpflichtversicherung und auch Gesundheitsausgaben.

Gleiches gilt für die Kosten, die Rentner entstehen, wenn sie sich die komplexe Materie von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater erklären lassen beziehungsweise dort prüfen lassen möchten, ob denn eine Steuerpflicht vorliegt. Was keine schlechte Idee ist, denn auch Rentner haben gegenüber dem Finanzamt eine Bringpflicht. Sie sollten also nicht erst darauf warten, dass die Behörde bei ihnen anklopft. Ansonsten kann diese Form des Ruhestandes auch zu Nachzahlungen und Sanktionen in Form von Strafzinsen führen.    

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Quelle: n-tv.de, awi

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