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(Foto: imago stock&people)
Mittwoch, 10. Januar 2018

Bargeld lacht: Deutsche lieben Scheine und Münzen

Dass hierzulande auf Handfestes gestanden wird, ist bekannt. In kaum einer anderen Nation wird so gern mit Bargeld bezahlt wie in Deutschland. Das Marktwächterteam der Verbraucherzentrale ist dieser Leidenschaft in einer Umfrage auf den Grund gegangen.

Beim bargeldlosen Bezahlen ihrer Einkäufe hinken die Deutschen im internationalen Vergleich hinterher. Nur Italiener und Spanier legen noch mehr Münzen und Scheine auf den Verkaufstresen. Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank schleppten die Deutschen im Jahr 2016 im Schnitt 103 Euro im Geldbeutel mit sich. Durchschnittlich waren es in der Eurozone 65.

Dabei werden hierzulande die Bargeldreserven vorzugsweise am Geldautomaten aufgefrischt. Andere Möglichkeiten, um an Geld zu kommen, wie beispielsweise an Tankstellen oder Supermarktkassen, stoßen bei Verbrauchern auf geringe Akzeptanz, wie eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstitutes Forsa im Auftrag des Marktwächterteams der Verbraucherzentrale Sachsen zeigt.

Einmal die Woche zum Geldautomaten

Demnach gaben rund 38 Prozent der befragten Girokontobesitzer an, mindestens einmal pro Woche Bargeld am Geldautomaten abzuheben. Weitere 27 Prozent der Befragten geben an, dies alle zwei Wochen zu tun, und 23 Prozent, mindestens einmal pro Monat Bargeld am Automaten zu beziehen. Die Umfrage zeigt auch: Nur drei Prozent der Girokontobesitzer nutzen eine Bezahlfunktion ihres Smartphones wie beispielsweise mittels Near Field Communication (NFC) oder einer App, die einen Bezahl-Code generiert.

Mit 78 Prozent bezieht die Mehrheit der Befragten nie und weitere zehn Prozent nur alle drei Monate oder seltener Bargeld an Supermarkt- oder Tankstellenkassen.

Die Möglichkeit des bargeldlosen Zahlens nutzen knapp zwei Drittel der befragten Girokontobesitzer regelmäßig. 16 Prozent geben an, mindestens einmal täglich mit der Geld-, Giro- oder Kreditkarte in einem Ladengeschäft zu bezahlen. Etwa 33 Prozent nutzen die Kartenzahlung mehrmals in der Woche und weitere 15 Prozent setzen ihre Karte einmal pro Woche ein.

Die durchschnittliche Abhebesumme am Geldautomaten beträgt laut der Umfrage 248 Euro pro Verfügung. Der Betrag variiert mit dem Alter der Befragten. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt er mit knapp 127 Euro deutlich darunter und bei den über 70-jährigen Verbrauchern mit rund 339 Euro weit darüber.

"Fraglich sind aus unserer Sicht die Abhebeentgelte am Geldautomaten der Bank, bei der Verbraucher auch ihr Konto haben", sagt Kerstin Schultz, Teamleiterin Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Einige Kreditinstitute hatten zuletzt begonnen, ein solches Abhebeentgelt von ihren Kunden zu verlangen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält dieses Entgelt für unzulässig und hat inzwischen Klage eingereicht.

Quelle: n-tv.de