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Absicherung für Ratenkredite Die besten Restschuldversicherungen

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Verbraucherschützer monieren seit Jahren, dass die Versicherungen weniger den Kunden nützen, sondern eher dazu dienen, den Bankberatern üppige Provisionen zu bescheren.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Ob Krankheit, Jobverlust oder gar im Todesfall: Wer für seinen Ratenkredit eine Restschuldversicherung abschließt, muss sich um die Rückzahlung seiner Schulden im Ernstfall keine Sorgen mehr machen. Doch die Preisunterschiede sind immens, wie ein Test zeigt.

Das Konzept klingt schlüssig. Um Kreditnehmer für den Fall abzusichern, dass sie die Raten ihres Darlehens nicht mehr bezahlen können, bieten Banken spezielle Versicherungen an, die im Fall der Fälle die Schulden begleichen - je nach Produkt greifen die Policen entweder im Todesfall oder auch dann, wenn der Versicherte erwerbsunfähig oder arbeitslos wird.

Verbraucherschützer monieren allerdings seit Jahren, dass die Versicherungen weniger den Kunden nützen, sondern eher dazu dienen, den Bankberatern üppige Provisionen zu bescheren. Der Gesetzgeber überlegt zwar, die Provision für die Produkte auf 2,5 Prozent der Kreditsumme zu deckeln. Bei 20.000 Euro Ratenkreditabsicherung wäre dann maximal eine Provision von 500 Euro zu verdienen. Ob eine solche Obergrenze kommt, ist derzeit allerdings noch offen.

Wer bietet was zu welchem Preis?

Die FMH-Finanzberatung hat den Markt für Restschuldversicherungen untersucht und geschaut, welche Banken den günstigsten Mix aus Ratenkreditzinsen und Absicherungsprämie bieten. Dafür erfragten die Frankfurter Experten die Kosten für einen Ratenkredit über 10.000 Euro für einen Kunden im Alter von 35 Jahren. Die Kreditlaufzeit sollte einmal 36 und einmal 72 Monate betragen. Abgefragt wurden bei beiden Varianten sowohl die Konditionen für den reinen Todesfallschutz als auch die zusätzliche Absicherung gegen Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit.

Die Auswertung offenbart erhebliche Unterschiede bei den Konditionen. Bei der reinen Todesabsicherung kostet die Versicherung für die kurze Laufzeit beim günstigsten Anbieter 73,30 Euro, die teuerste Bank verlangt 309,96 Euro. Bei der langen Laufzeit reicht die Bandbreite von 153,60 bis 538,56 Euro.

Im Durchschnitt verlangen die Banken für den Todesfallschutz bei der kurzen Laufzeit einmalig 155 Euro. Das bedeutet im Ergebnis einen um ein Prozent höheren Effektivzins. Bei einer Laufzeit von 72 Monaten kostet die Einmalprämie im Durchschnitt 325 Euro und verteuert den Effektivzins um 1,15 Prozent.

Das Manko: Den höheren effektiven Zinssatz müssen die Anbieter so nicht ausweisen, denn Restschuldversicherungen sind fast nie verpflichtend vorgeschrieben - daher müssen die Mehrkosten nicht eingepreist werden.

Kombiprodukte kosten am meisten

Noch deutlicher ist der Effekt auf die Zinsen, wenn ein Kunde nicht nur den eigenen Tod versichern, sondern auch sicherstellen will, dass sein Kredit in Zeiten von Krankheit oder Arbeitslosigkeit bedient wird.

Bei 36 Monaten Laufzeit verlangen die Banken für diese Leistung durchschnittlich 898 Euro - das entspricht einer Effektivzinserhöhung von fast sechs Prozent. Bei der Laufzeit von 72 Monaten kostet die Vollabsicherung im Mittel 1336 Euro, was einer Effektivzinserhöhung von 4,5 Prozent entspricht.

Die Mischung macht's

Je nachdem, ob man nur die Zinsen, nur die Absicherung oder beide Komponenten in Kombination betrachtet, ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. Denn gute Zinsen und günstige Absicherung gehen nicht immer Hand in Hand.

So hat etwa Spitzenreiter der FMH-Auswertung, die BBBank, zwar nicht die billigste Todesfall-Absicherung, bietet aber die besten Zinsen für 36 und 72 Monate Laufzeit- und schafft es damit insgesamt auf Platz eins. Umgekehrt können günstige Prämien auch eher durchschnittliche Zinsangebote ausgleichen: Das beweist die Postbank, die die günstigste Versicherung offeriert und damit von Platz 7 bei den Zinsen auf Platz 4 in der Gesamtauswertung aufrückt.

Betrachtet man die Angebote mit Vollabsicherung, dann gewinnen die Degussa Bank und auch die Norisbank durch ihre sehr günstigen Einmalprämie für die Vollabsicherung für beide untersuchten Laufzeiten. Die Degussa Bank kam von Platz 9 auf Platz 1 und die Norisbank von Platz 5 beziehungsweise 6 ohne Absicherung auf Platz 2 mit Vollabsicherung.

Quelle: ntv.de, awi

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