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Gebühren fürs Geldabheben halten Verbraucherschützer  für unzulässig.
Gebühren fürs Geldabheben halten Verbraucherschützer für unzulässig.(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Dienstag, 30. Januar 2018

Nur einmal ist keinmal : Diese Bank kassiert fürs Geldabheben

Die Mehrheit der Deutschen hebt mehrfach im Monat Geld von ihrem Girokonto ab. Für 65.000 Kunden einer Bank wird dieses Verhalten nun teuer. Denn diese verlangt ab der zweiten Abhebung drei Euro.

Auch Geldinstitute leiden unter der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Ihnen fällt es immer schwerer, etwas mit ihrem Kerngeschäft - Geld teurer zu verleihen, als sie es selbst geliehen bekommen - zu verdienen. Deshalb verlangen Banken und Sparkassen zunehmend (höhere) Gebühren für ihre Dienstleistungen. So auch die Netbank.

Diese hat im Herbst 2017 für ihre 65.000 Kunden die Girocard abgeschafft. Nun gibt es die kostenlose "Mastercard Debit". Allerdings verursacht die Karte nur dann keine Kosten, wenn sie nicht mehr als einmal im Monat zum Geldabheben benutzt wird. Denn ab der zweiten Abhebung am Geldautomaten werden Gebühren von drei Euro fällig - pro Vorgang. Wer die "Mastercard Premium" für 100 Euro Jahresgebühr nutzt, wird ab dem vierten Vorgang zur Kasse gebeten.

Zudem erhebt die vor allem aufs Onlinegeschäft spezialisierte Bank auch noch eine Kontoführungsgebühr fürs Giro von einem Euro pro Monat bei einem Einkommenseingang von mindestens 400 Euro im selben Zeitraum.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte die Netbank auf Anfrage, dass es sich um ein "sehr transparenten Preismodell" handele, mit denen die Kunden gut zurechtkämen. Demnach haben sich Netbank-Kunden ihr Abhebeverhalten jedoch so angepasst, dass 75 Prozent der Kunden nur einmal pro Monat am Automaten Geld abheben.

Allerdings hatte kürzlich eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Marktwächterteams der Verbraucherzentrale Sachsen gezeigt, dass rund 38 Prozent der befragten Girokontobesitzer mindestens einmal pro Woche Bargeld am Geldautomaten abheben. Weitere 27 Prozent der Befragten gaben an, dies alle zwei Wochen zu tun. 23 Prozent beziehen demnach mindestens einmal pro Monat Bargeld am Automaten.

"Auf diejenigen, die einmal in der Woche Geld holen, kämen damit monatlich 9 Euro Abhebeentgelte zu", kommentierte Kerstin Schultz, Teamleiterin Marktwächter Finanzen in der Verbraucherzentrale Sachsen, die Gebührenstruktur der Netbank. Die Verbraucherschützer halten Entgelt für unzulässig, die für Abhebungen am eigenen Automaten Gebühren verlangen. Die Netbank unterhält allerdings kein eigenes Automatennetz.

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Quelle: n-tv.de