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Von Arbeitszeit bis Taschengeld Diese Regeln gelten für Au-pairs

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Wer sich innerhalb Europas auf eine Stelle bewirbt, kann dies auch recht kurzfristig angehen: Aufgrund der Freizügigkeit in der EU ist meist kein besonderes Visum notwendig.

(Foto: imago/Bernd Friedel)

Eine fremde Familie, eine ungewohnte Sprache, Hunderte neue Eindrücke: Au-pairs tauchen im Ausland ins große Abenteuer. Vorab sollten aber Aufgaben und Arbeitszeiten gut geregelt werden.

Bei einer Gastfamilie leben, sich um die Kinder kümmern und kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen - die Arbeit als Au-pair ist für junge Menschen ein guter Weg, um nach dem Schulabschluss eine Weile ins Ausland zu gehen. Damit keine bösen Überraschungen drohen, lohnt es sich, Zeit in die Vorbereitung zu stecken und die wichtigsten Regeln zu kennen.

Zunächst müssen sich Interessierte überlegen, ob eine Au-pair-Stelle der richtige Job für sie ist. "Wer als Au-pair arbeiten möchte, sollte neben Spaß an der Arbeit mit Kindern auch Eigenschaften wie Anpassungsfähigkeit, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein mitbringen", sagt Jane Jordan von der "Initiative Auslandszeit" in Rheda-Wiedenbrück. Sie hat selbst ein Jahr als Au-pair in den USA verbracht.

Blick über den Tellerrand

"Der beste Zeitpunkt dafür ist aus meiner Sicht definitiv nach dem Abitur", sagt sie. "Man hat den ersten großen Lebensabschnitt abgeschlossen und genug Zeit, um mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen." Für die Suche sollte man genügend Zeit einplanen. "Ich selbst habe bereits zwölf Monate vor der Abreise mit der Bewerbung über eine Au-pair-Organisation begonnen", erzählt Jordan. Wer sich innerhalb Europas auf eine Stelle bewirbt, könne dies auch recht kurzfristig angehen: Aufgrund der Freizügigkeit in der EU ist meist kein besonderes Visum notwendig.

Bei der Entscheidung für ein Land sind die Sprachkenntnisse wichtig. "Man sollte sich in der Sprache des Ziellandes ausdrücken können, um die einfachen Dinge des Alltags und vor allem eine Grundverständigung mit den Kindern meistern können", sagt die Expertin. Gleichzeitig sei es Zweck des Aufenthalts, selbst etwas zu lernen. Perfekte Sprachkenntnisse werden also nicht erwartet.

Es ist möglich, Au-pair-Stellen in Eigeninitiative übers Internet zu suchen - üblich ist der Weg über Beratungsstellen, die nicht nur einen Platz in einer Familie vermitteln, sondern die Au-pairs auch während des Aufenthalts unterstützen. Solche Agenturen gleichen vorab aus Pools von Gastfamilien und potenziellen Au-pairs ab, wer zu wem passen könnte.

"Es werden längere Gespräche mit beiden Seiten geführt", sagt Regine Rosner von "In Via", einem Verband, der Au-pairs begleitet. "Bei der Vermittlung ins Ausland arbeiten wir mit Agenturen vor Ort zusammen, die die Familien kennen und einschätzen können, ob ein Au-pair zu ihnen passt", erklärt Rosner.

Erwartungen aneinander anpassen

Dabei geht es nicht nur um Eckdaten wie Zeitraum und Region: Persönliche Vorstellungen und Erwartungen werden ebenso abgefragt und abgestimmt. Die Aufgaben sollten bei allen Au-pairs ähnlich sein: "Der Schwerpunkt liegt in der Regel auf der Kinderbetreuung, hinzu kommen leichte Hausarbeiten", sagt Rosner, also etwa Frühstück machen oder die Kinderzimmer aufräumen. Mit Fensterputzen oder schwerer Gartenarbeit sollten Au-pairs nicht beauftragt werden - es sei denn, sie haben selbst Lust darauf.

Die genaue Aufteilung hänge oft von persönlichen Absprachen ab: "Viele Au-pairs freuen sich, wenn sie mal für die Familie kochen und verbringen auch ihre Freizeit gerne mit den Kindern. Andere legen sehr viel Wert auf klare Arbeitszeiten und ihre freien Tage", sagt Rosner. "Da muss man in der Anfangszeit zueinander finden und die Erwartungen aneinander anpassen."

In der Regel arbeiten Au-pairs maximal 30 Stunden wöchentlich und haben mindestens einen freien Tag pro Woche. "Vor Beginn des Aufenthalts wird ein Vertrag geschlossen, in dem alle wichtigen Punkte genau geregelt sind", erklärt Silke Busse vom Verein für internationale Jugendarbeit in Hamburg. "Au-pairs erhalten von den Gastfamilien neben der kostenlosen Unterbringung und Verpflegung ein festgelegtes Taschengeld pro Monat, dazu kommen Zuschüsse zu Fahrtkosten, Sprachkursen und der Abschluss einer Versicherung."

Die Arbeitszeit sollte sechs Stunden am Tag nicht überschreiten. "Eine Notsituation, die eine Kinderbetreuung über diese Zeit hinaus erforderlich macht, kann aber mal entstehen", sagt Silke Busse. "Auch wenn Eltern zum Beispiel mal sonntags arbeiten müssen, kann gelegentlich Wochenendarbeit notwendig sein." Abweichungen könne es mal geben - solange sie abgesprochen und nicht zur Regel werden.

Viele Au-pair-Agenturen bieten Notfallnummern

Gibt es Probleme, sollten sich Au-pairs nicht scheuen, diese anzusprechen. "Das ist für viele junge Menschen natürlich anfangs schwierig - aber es ist wichtig", sagt Busse. "Es ist ein Weg, um zu lernen, handlungsfähig in Konfliktsituationen zu sein." Viele Au-pair-Agenturen bieten Notfallnummern für akute Problemsituationen an und greifen selbst ein, wenn es nötig ist.

Im Ernstfall können Au-pairs ihren Aufenthalt abbrechen: "Der Vertrag kann von beiden Seiten gekündigt werden, hier gilt eine Frist von zwei Wochen", erklärt Busse. Möchte ein Au-pair weiterhin im Land bleiben, kann er oder sie sich um eine neue Gastfamilie bemühen. Gelingt das nicht, verfällt im Normalfall das Visum. "Der Wechsel in eine andere Gastfamilie in dieser kurzen Zeit ist nicht einfach und sollte deshalb immer gut überlegt und geplant sein."

Den Expertinnen zufolge sind schwerwiegende Probleme aber die Ausnahme: "Wir bekommen viele Rückmeldungen von Au-pairs, die berichten, wie wichtig der Aufenthalt für sie persönlich war", sagt Regine Rosner. Dabei geht es nicht nur um die oft neu erworbenen oder vertieften Sprachkenntnisse: "Sie erweitern durch die Zeit bei einer fremden Familie ihren Horizont. Und sie lernen auch viel über sich selbst und über ihre eigene Herkunft."

Quelle: n-tv.de, Julia Felicitas Allmann, dpa

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