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Öko-Test sieht rotDiese Cocktailtomaten sind "sehr gut"

22.05.2026, 13:15 Uhr
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Für die Tester war nicht nur die Anzahl der nachgewiesenen Pestizidspuren von Bedeutung, sondern auch, ob sich Stoffe mit besonderem Gefährdungspotenzial darunter befinden. (Foto: IMAGO/imagebroker)

Tomaten sind das Lieblingsgemüse der Deutschen. Insbesondere Snacktomaten schmecken süß und sind eigentlich ein guter Imbiss. Doch leider bringen sie nicht immer nur Vitamine und gesunde Pflanzenstoffe mit, sondern auch Unerwünschtes, wie Öko-Test herausfindet.

Öko-Test hat 26-mal Snacktomaten eingekauft und auf Pestizide untersucht – die Hälfte davon mit Bio-Siegel. Im Einkaufskorb landeten verschiedene kleinere Sorten, darunter Dattel-, Cocktail- und Cherrytomaten sowie Pflaumen- und Romatomaten in Minigröße.  Die günstigsten Tomaten waren für 0,90 Euro pro 250 Gramm, die teuersten für 2,99 Euro zu haben.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass der Tomatenanbau anspruchsvoll ist. Pilz- oder Viruskrankheiten können ganze Ernten dahinraffen. Kein Wunder also, dass bei behördlichen Lebensmittelkontrollen der letzten Jahre immer wieder ein erheblicher Anteil der analysierten Tomaten mit Pestizidrückständen auffiel. Deshalb haben die Tester die Früchte im Labor ausschließlich auf ein breites Spektrum von rund 600 Pestiziden analysieren lassen.

Das Ergebnis: 16 der getesteten Minitomaten waren komplett frei von Pestiziden, darunter alle Bio-Produkte. Die bei Lidl ("Dattel- Cherrytomaten, 1,00 Euro) Globus ("Fruta Novesia Datteltomaten", 1,40 Euro) und Aldi Süd ("Natur Lieblinge Datteltomaten", 1,10 Euro) erhältlichen konventionellen Tomaten gehören deshalb zu den 17 "sehr guten" im Test. Ebenso wie die "Tegut Cherrytomaten" (2,49 Euro), die mit nur einem Pestizid belastet waren. Denn bei einem einzelnen Schadstoff kam es noch zu keinem Notenabzug.

Nicht nur Anzahl der Pestizidspuren entscheidend

In einigen Snacktomaten wies das beauftragte Labor gleich mehrere Spritzmittel nach. In den "Rewe Beste Wahl Cherry-Roma-Tomaten" ("ausreichend") fanden sich Spuren von Pestiziden, die als "vermutlich krebserregend beim Menschen" gelten oder im Anbau in der EU nicht mehr zugelassen sind. 

Abgesehen davon sind die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Wirkstoffen noch lange nicht ausreichend erforscht.

Für die Tester war aber nicht nur die Anzahl der nachgewiesenen Pestizidspuren von Bedeutung, sondern auch, ob sich Stoffe mit besonderem Gefährdungspotenzial darunter befinden. Als "besonders bedenklich" wurden folgende Pestizide eingestuft:

  • Difenoconazol ist laut CLP-Verordnung als "vermutlich krebserregend beim Menschen" eingestuft.

  • Dimethomorph wurde von der EFSA nicht nur als endokriner Disruptor, sondern auch als wahrscheinlich fruchtbarkeitsgefährdend beim Menschen eingestuft und ist in der EU bereits seit zwei Jahren nicht mehr zugelassen. Wir wollen keine Produkte auf dem deutschen Markt finden, die so in der EU nicht hätten produziert werden dürfen, auch wenn ihre Einfuhr rechtlich gesehen in Ordnung ist.

  • Cyprodinil und Fludioxonil können der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge unser Hormonsystem stören. Fludioxonil stellt überdies ein weiteres Problem dar: Das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) zählt es zu den per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) - einer Gruppe von extrem langlebigen Verbindungen, die umgangssprachlich auch häufig als Ewigkeitschemikalien bezeichnet werden.

  • Trifloxystrobin zählt ebenfalls zu den PFAS. Es kann sich in der Umwelt zu Trifluoressigsäure (TFA) abbauen - einer besonders persistenten PFAS-Verbindung, die derzeit in wachsendem Ausmaß unser Grundwasser belastet, mit unklaren Auswirkungen auf unser Trinkwasser.

  • Spinosad gilt als bienentoxisch.

Quelle: ntv.de, awi

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