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Gelbe Paste im Öko-Test Dieser Senf darf auf die Wurst

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Senf gehört für viele zur Bratwurst dazu.

(Foto: imago images/imagebroker)

Sie mögen es scharf beim Essen? Oder doch eher so halb? Ist Letzteres der Fall, könnte mittelscharfer Senf Ihr Ding sein. Und glücklicherweise kann man damit auch wenig falsch machen, von ein wenig Glyphosat mal abgesehen, wie Öko-Test bei der Untersuchung von 20 Senfsorten feststellt.

Senf versüßt oder besser: verschärft den Sommer. Er schmeckt gut und passt gleichermaßen zu Salatdressings und zu allen Arten von Grillgut. Nebenbei können Senföle sogar Krebs vorbeugen - zumindest theoretisch. Die antikanzerogene Wirkung sei in verschiedenen experimentellen Modellen erforscht, erklärt beispielsweise Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut gegenüber Öko-Test. Stellt sich die Frage, ob Senf dann sogar die krebserregende Wirkung etwa von stark gegrilltem Fleisch "neutralisieren" kann. "Das wurde in keiner Studie untersucht", schränkt der Experte ein. Aber: "Je mehr solcher Inhaltsstoffe in der Ernährung vorhanden sind, um so eher können sie krebserregende Stoffe eliminieren."

Acht Senfe "sehr gut"

Gute Nachrichten also für alle Senf-Freunde. Wichtig ist aber auch, dass der Senf selbst nicht mit gesundheitsschädlichen Rückständen belastet ist. Öko-Test ist der Sache nachgegangen und hat 20 mittelscharfe Senfsorten neben sensorischen Aspekten daraufhin untersucht, darunter auch Bio-Produkte und Discounter-Eigenmarken, und kann immerhin 8 mit "sehr gut" rundum empfehlen. Kein Senf schneidet schlechter als "befriedigend" ab, 9 sind "gut".

Allerdings enthält ein Großteil der Senfsorten Rückstände von Glyphosat. Dabei handelt es sich um ein Herbizid, das in der konventionellen Landwirtschaft verbreitet gegen Unkräuter eingesetzt wird. Von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) wird Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" eingestuft. Andere Behörden wie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) sehen dagegen keinen Krebsverdacht. Zwar liegen die Gehalte, die gefunden wurden, nur im Spurenbereich. Öko-Test findet aber, dass das Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln rein gar nichts zu suchen hat.

Alle Bio-Senf-Marken im Test sind frei von Glyphosat

Genau wie es beim Bio-Senf der Fall war. Nicht nur deswegen erhielten sechs von sieben Bio-Produkte die Testnote "sehr gut" - darunter der mittelscharfe Senf von Alnatura, der Löwensenf "mittelscharf mild, Bio" oder der "mittelscharfe Senf, beschwingend mild" von Zwergenwiese. Nur der Bio-Senf von Byodo bekam einen Punkt Abzug, da der Anteil der Senfsaat im fertigen Produkt unter der angegebenen Branchen-Richtlinie lag.

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In 10 von 13 Senfen aus konventionellen Anbau wurde dagegen Spuren von Glyphosat gefunden. Nicht aber bei den Senfsorten "Thüringer Senf mittelscharf" von Born Senf & Feinkost, der Senf von Develey und der "Jeden Tag Senf mittelscharf". Sie wurden ebenfalls mit dem Gesamturteil "sehr gut" ausgezeichnet.

Für drei Marken reichte es nur zu einem "befriedigend". Also da wären: Die Discounter-Marken Kania (Lidl) und K-Classic (Kaufland) sowie der Bautz'ner Senf mittelscharf, die auch alle Glyphosat-Spuren enthielten. Bei Kania wurde im Test zusätzlich ein erhöhter Biosphenol-F-Wert gemessen, der in Dosenprodukten vorkommt und in Verdacht steht, auf das Hormonsystem einzuwirken. Bei der Kaufland-Eigenmarke war der Senfsaatanteil zu gering. Beim Bautz'ner-Senf wurde negativ bewertet, dass er laut Produktangabe natürliche Aromen enthält.

Quelle: ntv.de, awi

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