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Schwarzarbeiter vor Gericht Ehrlich währt am längsten?

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(Foto: picture alliance / dpa)

Jahrelang arbeitet ein Mann in einem Restaurant - teilweise schwarz. Als es um sein Krankengeld geht, möchte er dann aber doch dass alle Bezüge bei der Berechnung berücksichtigt werden. Geht das?

Der eine oder andere arbeitet gelegentlich auch mal ohne Rechnung. Doch das ist nicht ohne Risiko. Für Auftraggeber und Schwarzarbeiter. Vor allem dann, wenn letzterer im Streit seine illegale Tätigkeit offenbart.

In dem verhandelten Fall räumte ein gekündigter Restaurantbeschäftigter im Rahmen eines Arbeitsgerichtsprozesses ein, bei seiner vorhergehenden Tätigkeit mehr als offiziell abgerechnet, verdient zu habe. So habe er einen Teil seines Lohnes "schwarz" erhalten. Neben den offiziell abgerechneten 1800 Euro brutto monatlich habe er 1000 Euro netto monatlich in bar erhalten. Zuvor war er langfristig erkrankt und hatte Krankengeld beantragt. Daraufhin hatte ihm sein Arbeitgeber gekündigt. Hierüber kam es zum Streit mit dem Arbeitgeber.

Als das Finanzamt von den verschwiegenen Mehreinnahmen erfuhr, musste er diese nachversteuern - was den Mann zu der Annahme veranlaste, ihm stehe nun auch ein höheres Krankengeld zu. Die Krankenkasse wollte davon allerdings nichts wissen, denn es stehe nicht fest, dass der Erkrankte tatsächlich einen erhöhten Lohn erhalten habe. So landete auch dieser Streit vor Gericht.

Das zuständige Sozialgericht (Az.: S 27 KR 290/14 ) wies die Klage des bekennenden Schwarzarbeiters allerdings ab. Denn grundsätzlich orientiert sich die Höhe des Krankengelds an dem vorhergehenden, beitragspflichtigen Arbeitsentgelt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Beiträge tatsächlich auch entrichtet worden sind oder aber vorenthalten wurden. Der Mann habe die Schwarzlohnzahlung jedoch nicht hinreichend sicher nachweisen können -  der ehemalige Arbeitgeber hatte zuvor die Schwarzlohnzahlung bestritten. Eine entsprechende Betriebsführung war ebenfalls ergebnislos verlaufen. So konnte sich der vermeintliche Schwarzarbeiter auch im arbeitsrechtlichen Prozess gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber mit seinen Forderungen nach einer höheren Abfindung nicht durchsetzen.   

Quelle: n-tv.de, awi

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