Ratgeber

Abschlagsfrei früher in Rente Extra-Beiträge immer beliebter

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Sonderbeiträge in die Rentenversicherung sind ab dem 50. Lebensjahr möglich.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Bis 67 durcharbeiten? Für viele Menschen kommt das nicht infrage. Doch wer sich früher in den Ruhestand verabschieden will, muss Abschläge in Kauf nehmen. Eine Alternative sind frühzeitig Sonderbeiträge in die Rentenkasse. Die werden immer beliebter.

Immer mehr Bürger zahlen Extra-Beiträge in die Rentenkasse, damit sie ohne Abschläge früher in Rente gehen können. Zwischen 2017 und 2018 stieg die Zahl der Versicherten, die mit Sonderbeiträgen spätere Rentenminderungen ausglichen, um 50 Prozent, meldet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Analyse der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Wegen dieser Sonderbeiträge fließt immer mehr Geld in die Rentenkasse. 2017 lagen die Einnahmen aus den Extra-Zahlungen laut "Süddeutsche" noch bei 207 Millionen Euro, 2018 waren es bereits 291 Millionen. Für 2019 liegen noch keine Zahlen vor.

Im Schnitt überwiesen die Zahler von freiwilligen Sonderbeiträgen im Jahr 2018 etwas mehr als 17.000 Euro pro Kopf an die Rentenkasse. Eine DRV-Sprecherin wertete dies als "Zeichen für das Vertrauen der Beitragszahler in die Sicherheit der gesetzlichen Rente".

2018 gingen 23 Prozent aller Altersrentner mit Abschlägen frühzeitig in den Ruhestand, zitiert die Zeitung weiter aus der DRV-Analyse. Dabei nahmen sie durchschnittlich 90 Euro Abschlag von der Brutto-Monatsrente in Kauf. Grundsätzlich werden für jeden Monat, den die Rentenzahlung eher beginnt, 0,3 Prozent von der Rentensumme abgezogen, und das ein Leben lang.

Solche Rentenminderungen auszugleichen, ist teuer und kann insgesamt mehrere 10.000 Euro kosten. Die Extra-Zahlungen lassen sich aber über mehrere Jahre verteilen. Durch das Flexirentengesetz können Versicherte seit 1. Juli 2017 schon vom 50. Lebensjahr an mit freiwilligen Beiträgen Rentenminderungen kompensieren.

Quelle: ntv.de, ino/AFP