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Es scheint, als ob Autofahrer reale Hindernisse brauchen, um den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.
Es scheint, als ob Autofahrer reale Hindernisse brauchen, um den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 05. Mai 2017

Mit Trick gegen Unfälle: Fake-Baustellen gegen Raser

Man sollte eigentlich meinen, auf deutschen Straßen gibt es genug Baustellen. Aber immerhin: Wo die freie Fahrt für freie Bürger derart gebremst wird, gibt es weniger schwere Unfälle. Warum also nicht mit künstlichen Hindernissen Rasern Einhalt gebieten?

Mehr als 12.000 Kilometer sind auf deutschen Autobahnen mit Baustellen gepflastert. Das sorgt bei Autofahrern für Verdruss. 3280 Verkehrstote im letzten Jahr sorgen bei betroffenen Familien und Freunden für weit schlimmere Gefühle. Ein Großteil der Todesfälle resultiert aus "nicht angepasster Geschwindigkeit", sprich rasen.

Bund, Länder und Gemeinden unternehmen eine ganze Menge, um besonders Eilige zur Vernunft zu bringen, ob mit Hilfe mahnender Plakaten, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Radarfallen. Doch gilt für 60 Prozent der Autobahnen hierzulande das Motto: freie Fahrt für freie Bürger - und so kann wider jede Vernunft ohne Tempolimit aufs Gaspedal gedrückt werden.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass das Schnellfahren auf Autobahnen in Deutschland ein Politikum ist, an welchem nicht gerüttelt wird. Derlei Widrigkeiten hat auch die Kölner Bezirksregierung erkannt und denkt nun darüber nach, mit Hilfe von künstlichen Baustellen Autofahrer zur Tempodrosselung und vorsichtigerem Fahren zu zwingen. Dies berichtet der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Dabei resultiert die Idee aus der Beobachtung, dass echte Baustellen offenbar dafür sorgen, dass die Zahl schwerer Unfälle in der Regel zurückgeht.

Kurzerhand wurde denn auch auf der A1 am Unfallschwerpunkt Burscheid eine solche Fake-Baustelle eingerichtet, mit Tempolimit 80, Spurbegrenzung und gelben Linien. Und siehe da, in dieser Zeit ereignete sich kein schwerer Unfall. Entsprechende Geschwindigkeitsbeschränkungen hatten hingegen zuvor nicht für mehr Sicherheit gesorgt. Ergo: Nur reale Hindernisse, können Raser ausbremsen.

Der WDR zitiert denn auch die Kölner Bezirksregierung wie folgt: "Bis Ende des Jahres ist eine weitere echte Baustelle geplant. Wenn auch diese Baustelle für niedrigere Unfallzahlen sorgt, sollen auf der Strecke auch ohne Bauarbeiten Fahrbahnen verengt und das Tempo auf 80 km/h gedrosselt werden."

Quelle: n-tv.de