Ratgeber

Glibbriges Kinderspielzeug Finger weg von Schleim!

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Kinder kommen beim Spielen mit dem Schleim vor allem über die Haut mit Borsäure in Kontakt.

(Foto: AP)

Schleim ist bei Kindern ja keine Seltenheit - in der Nase. Aber der Nachwuchs hat oft auch Freude daran, sich glibbrigen Spielschleim durch die Händchen matschen zu lassen. Wovor Warentest wegen lauernder Gesundheitsgefahren nun entschieden warnt.

Slime - englisch für Schleim, ist bei Kindern der Renner. Gemeint ist allerdings nicht der in der Nase, sondern der zum Spielen. Den kann man wunderbar durch die Hände glibbern lassen und schillernde Fäden ziehen. Vielen Eltern ist dies allemal lieber, als wenn sich ihre Sprösslinge allzu sehr mit ihren eigenen Körperabsonderungen beschäftigen und stattdessen zum sterilen Produkt als Kinderspielzeug greifen.

Was allerdings laut der Stiftung Warentest keine gute Idee ist. Denn fünf getestete Produkte in unterschiedlichen Farben setzten zu viel Borsäure frei - mehr als 300 Milligramm Bor pro Kilogramm dürfen es nicht sein. 

Diese sorgt zwar für die besondere Konsistenz des Schleims. In größerer Konzentration ist Borsäure aber gesundheitsschädlich, die Ware hätten demnach so nicht verkauft werden dürfen, auch wenn die Tester keine akute Gefahr durch die untersuchten Produkte ausmachen konnten. 

Besser selber machen

Grundsätzlich ist Bor zwar für die Gesundheit wichtig, gelangt aber zu viel von dem Spurenelement in den Körper, kann es akut etwa Irritationen, Durchfall, Erbrechen und Krämpfe hervorrufen. In Tierversuchen beeinträchtigte Borsäure die Fruchtbarkeit und die Embryonalentwicklung. Flüssiges oder haftendes Spielzeug darf daher nicht mehr als 300 Milligramm Bor pro Kilogramm freisetzen.

Diesen Grenzwert übersteigen alle fünf exemplarisch getesteten Schleime deutlich. Alle Produkte wurden von den Testern über Amazon von chinesischen Herstellern erworben. Die von Vikilulu, Jim`s Store und iBase Toy geben sogar mehr als das Dreifache an Bor ab als erlaubt. Aber auch bei dem Spielschleim von Cosoro und Susengo rät Warentest: Finger weg!

Dabei sind die genannten Schleime keine Einzelfälle. In Tests von internationalen Partnerorganisationen der Stiftung Warentest überschritten 16 von 33 untersuchten Fertig-Slimes den Grenzwert. Kinder kommen beim Spielen mit dem Schleim vor allem über die Haut mit Borsäure in Kontakt. Aber auch Mund­kontakt oder gar Verschlu­cken ist nicht auszuschließen, insbesondere wenn der Schleim wie bei „Vikilulu Crystal Slime“ in Getränkedosen verpackt ist oder wie bei anderen mit Strohhalmen ausgeliefert wird.   

Auf der entsprechenden Seite der Stiftung Warentest findet sich eine Anleitung dafür, wie gesundheitlich unbedenklicher Knetschleim selbst herzustellen ist. Und dies mit nur drei Zutaten.

Quelle: n-tv.de, awi

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