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Aufschlag für Pflegeprodukte Für Frauen ist die Rasur teurer

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Hersteller und Händler verlangen für "weibliche" Produkte oft etwas mehr Geld.

(Foto: imago/Panthermedia)

Laut Studien sind Frauen weniger preissensibel und bereit, mehr Geld für ihr Äußeres auszugeben als Männer. Und werden infolgedessen abkassiert. Denn manche Pflegeprodukte werden ihnen deutlich teurer verkauft, wie die Verbraucherzentrale Hamburg bemängelt.

Frauen gelten ja gemeinhin als das schöne Geschlecht. Aber auch die Schönsten der Schönen wissen - oder meinen zu wissen - das von nichts nichts kommt. Infolgedessen wird gecremt, rasiert, parfümiert, gefärbt und geschminkt, was das Zeug hält. Was nicht nur über das natürliche Aussehen hinwegtäuschen kann, sondern auch ordentlich Zeit und Geld kostet. Und wenn es ganz dumm läuft, unterbreiten dann auch noch infolge der äußerlichen Selbstoptimierung die verkehrten Zeitgenossen unerwünschte Avancen.

Aber davon abgesehen geht es bei der Verwendung von Drogerieartikeln natürlich nicht nur darum, für potentielle Geschlechtspartner attraktiv zu sein, sondern auch um Körperpflege. Ungeachtet dessen sollten Frauen beim Kauf von Drogerieartikeln wie Rasierutensilien, Körperpflegeprodukten oder Parfüms aber besser genau hinschauen. Denn: Hersteller und Händler verlangen für "weibliche" Produkte oft etwas mehr Geld, wie ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) zeigt.

Preisunterschiede in vielen Fällen nicht zu rechtfertigen

Dabei werden viele Produkte des täglichen Bedarfs, darunter auch persönliche Pflegeartikel, geschlechtsspezifisch vermarktet und richten sich gezielt an Frauen oder Männer beziehungsweise Mädchen oder Jungen. Die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen werden schon bei der Produktentwicklung, aber vor allem im Marketing und Vertrieb berücksichtigt.

Da Frauen laut Studien weniger preissensibel sind, und bereit, mehr Geld für ihr Äußeres auszugeben als Männer, werden ihnen manche Pflegeprodukte teurer verkauft. Vor allem für Rasierprodukte und Parfüms müssen Frauen oft erheblich mehr zahlen. Das spiegeln die Ergebnisse des Marktchecks der vzhh wider. Dabei ist die Höhe der geschlechtsspezifischen Preisunterschiede in vielen Fällen nicht zu rechtfertigen. Selbst dann nicht, wenn die Inhaltsstoffe variieren, denn sie machen oft nur einen Bruchteil der Herstellungskosten aus.

Bei elf unterschiedlichen Rasierprodukten aus Drogerie­märkten waren laut der Untersuchung die Preise durchschnittlich knapp 38 Prozent höher für die Frauen­variante. Ein Rasierschaum der Marke Isana wird sogar mit einem Frauenaufschlag von über 100 Prozent bei Rossmann verkauft. Zwei Eau de Toilette schlagen in der stichprobenartigen Erhebung mit einem Aufpreis von 24 Prozent (bruno banani) und 57 Prozent (Eau de Toilette von Mexx) zu Buche.

Aber auch bei Dienstleistungen werden Frauen überproportional zur Kasse gebeten, wie die vzhh unter Berufung auf eine Studie der Antidiskriminierungstelle des Bundes bemängelt. Abkassiert wird demnach beispielsweise beim Friseur oder der Reinigung. Laut Erhebung waren 50 Prozent der 381 untersuchten Dienstleistungen für Frauen teurer, für Männer waren es nur 9 Prozent. Der durchschnittliche Preisaufschlag lag für Frauen bei 13,80 Euro, bei Männern nur bei 7,50 Euro.

Quelle: n-tv.de, awi

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