Ratgeber

So können sich Raser wehren Geblitzt - was nun?

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Das beste Mittel um ein Bußgeld zu vermeiden ist, sich beim Fahren an die erlaubte Geschwindigkeit zu halten.

(Foto: imago stock&people)

Die Radarfallen sind abgebaut, die Polizisten im wohlverdienten Feierabend, der diesjährige Blitz-Marathon vorbei. Wer nicht gleich gezahlt hat, dürfte in den nächsten Tagen wegen des Tempoverstoßes Post bekommen. Hier erfahren Sie, wie Sie vielleicht um das Bußgeld drumherum kommen.

Trotz Vorankündigung des Blitzer-Marathons sind auch in diesem Jahr Zehntausende Autofahrer von der Polizei beim zu schnellen Fahren erwischt worden. Und dies, obwohl sich vorab jeder Verkehrsteilnehmer über die Standorte der Blitzer und die entsprechenden Zeiten der Tempokontrollen informieren konnte.

Das ist für die ertappten Raser ärgerlich, aber vielleicht auch eine Lehre. Denn mit dem Blitzmarathon möchte die Polizei vor allem auf die Gefahren des Rasens aufmerksam machen - auch wenn zahlreiche Verkehrstote und schwere Unfälle infolge von Geschwindigkeitsübertretungen eigentlich eine deutliche Sprache sprechen.    

Und dennoch, so manchen trifft es zu Unrecht. Deshalb sollte nach dem Erhalt des Bußgeldbescheides zunächst geprüft werden, ob die Vorwürfe zutreffend sind. Wer sich zur angegeben Tatzeit nicht am Ort der Kontrolle befand oder nicht auf dem entsprechenden Beweisfoto abgebildet ist, oder wenn das Nummernschild nicht zum eigenen Auto passt, sollte Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt werden. Dafür haben Betroffene 14 Tage Zeit. Sind die Einwände plausibel, dürfte dieser erfolgreich sein.

Auch wenn derartige offensichtlich fehlerhafte Bescheide eher selten sind, können auch andere Unkorrektheiten einen Bußgeldbescheid hinfällig machen. Laut einer Studie der VUT-Sachverständigengesellschaft aus dem Jahr 2013 waren nur 56 Prozent von 15.000 Vorgängen ohne Mängel.

Demnach sind die häufigsten Fehler beim Bescheid:

  • Das Messgerät ist nicht geeicht: Liegt kein aktueller Eichschein vor, kann die Messung für ein Verfahren nicht berücksichtigt werden.
  • Das Gerät ist nicht richtig aufgestellt: In diesem Fall kommt es zu Messfehlern.
  • Das Fahrerfoto ist undeutlich: Stimmt die Qualität der Aufnahme nicht, kann dies zu einer Einstellung des Verfahrens führen.
  • Keine Schulung: Die Polizeibeamten müssen eine "Messschulung" nachweisen. 

Allerdings sind diese Fehler ohne Akteneinsicht nicht feststellbar. Diese wird meist durch einen Anwalt vorgenommen, kann aber auch betroffenen Privatpersonen  gewährt werden. Insofern sollten sich mit dem Vorwurf des Rasens belastete Fahrer überlegen, ob sie einen Rechtsvertreter einschalten. Zum einen müssen die nicht unerheblichen Kosten vorfinanziert werden, zum anderen muss das Bußgeld und das Anwaltshonorar berappt werden, wenn der Bescheid fehlerfrei und die Strafe unabwendbar ist. Für denjenigen, der wegen des zu schnellen Fahrens Gefahr läuft, den Führerschein zu verlieren, mag dennoch eine genaue Überprüfung des Vorgangs durch einen Anwalt sinnvoll sein.

Wer innerorts zu schnell fährt, muss mit nachfolgenden Bußgeldern rechnen:

bis 10 km/h 15 Euro / 0 Punkte

11 - 15 km/h 25 Euro / 0 Punkte 

16 - 20 km/h 35 Euro / 0 Punkte

21 - 25 km/h 80 Euro / 1 Punkte

26 - 30 km/h 100 Euro / 1 Punkt / Im Wiederholungsfall droht 1 Monat Fahrverbot

31 - 40 km/h 160 Euro / 2 Punkte / 1 Monat Fahrverbot

41 - 50 km/h 200 Euro / 2 Punkte / 1 Monat Fahrverbot

51 - 60 km/h 280 Euro / 2 Punkte / 2 Monate Fahrverbot

61 - 70 km/h 480 Euro / 2 Punkte / 3 Monate Fahrverbot

über 70 km/h 680 Euro / 2 Punkte / 3 Monat Fahrverbot

Wer außerorts zu schnell fährt, muss mit nachfolgenden Bußgeldern rechnen:

bis 10 km/h 10 Euro / 0 Punkte

11 - 15 km/h 20 Euro / 0 Punkte 

16 - 20 km/h 30 Euro / 0 Punkte

21 - 25 km/h 70 Euro / 1 Punkte

26 - 30 km/h 80 Euro / 1 Punkt / Im Wiederholungsfall droht 1 Monat Fahrverbot

31 - 40 km/h 120 Euro / 1 Punkt / Im Wiederholungsfall droht 1 Monat Fahrverbot

41 - 50 km/h 160 Euro / 2 Punkte / 1 Monat Fahrverbot

51 - 60 km/h 240 Euro / 2 Punkte / 1 Monate Fahrverbot

61 - 70 km/h 440 Euro / 2 Punkte / 2 Monate Fahrverbot

über 70 km/h 600 Euro / 2 Punkte / 3 Monat Fahrverbot

Wie auch immer sich Raser entscheiden, das beste Mittel um ein Bußgeld, Fahrverbot und Punkte zu vermeiden ist, sich beim Fahren an die erlaubte Geschwindigkeit zu halten.     

Quelle: ntv.de, awi

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