Ratgeber

Möhre, Sauerkraut und Rote Bete Gemüsesäfte im Test

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Gemüsesaft ist gesund, ersetzt aber nicht eine ausgewogene Ernährung.

(Foto: imago/Westend61)

Gemüsesäfte treffen den Nerv der Zeit. Schließlich möchten immer mehr Menschen gesund und fit sein oder zumindest so wirken. Hier kann die richtige Ernährung helfen, wenn sie denn gut ist. Öko-Test weiß, was geht.

Im durchgetakteten Alltag fällt es nicht immer leicht, sich gesund zu ernähren. Häufig fehlt die Zeit und manchmal auch die Lust, sich die nötigen Mengen an Gemüse und Obst einzuverleiben. Der eine oder andere kommt dann auf die Idee, sein täglich Brot zumindest mit Gemüsesäften aufzuwerten - und die liegen im Trend. Noch liegt der Verzehr der Deutschen mit unter zwei Litern pro Kopf und Jahr zwar auf einem niedrigen Niveau, allerdings mit stark steigender Tendenz.

Grundsätzlich liefert Gemüse reichlich Vitamine und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Außerdem enthält es wichtige Ballaststoffe, welche für die Verdauung benötigt werden. Allerdings verliert auch Gemüse durch eine Verarbeitung zu Saft Nährstoffe.

Ob Möhren-, Rote-Bete- und Sauerkrautsäfte dennoch etwas taugen, wollte Öko-Test wissen und hat deshalb 20 entsprechende Produkte untersucht. Mit gar nicht so schlechtem Ergebnis. Insgesamt schneiden elf mit "gut" und drei sogar mit "sehr gut" ab. Die übrigen Säfte kommen nicht über ein "befriedigend" hinaus. Ein Saft allerdings rasselt mit einem "mangelhaft" durch den Test (Beutelsbacher Rote-Bete-Direktsaft Robuschka, Demeter), was dem hohen Zucker- und Nitratgehalt geschuldet ist. Letzterer Stoff ist zwar an sich unbedenklich, kann sich im Körper aber zu Nitrit umbauen, was die Bildung krebsverdächtiger Nitrosamine begünstigt.

Zucker und Salz

Erfreulich ist hingegen, dass alle Produkte frei von Pestizidrückständen sind. Weniger gut ist hingegen der zum Teil hohe Zuckeranteil bei vielen Säften. Spitzenreiter ist der zuvor genannte Rote-Bete-Saft, der pro Liter 100 Gramm Zucker enthält. Zum Vergleich: Bei Orangensaft sind es lediglich 80 Gramm pro Liter. Öko-Test kritisiert zudem, dass vor allem Karottensäfte mit Honig nachgesüßt werden. Das ist unnötig, weil Karotten eh süß schmecken und viele Menschen die Säfte aus gesundheitlichen Gründen trinken. Einigen Sauerkrautsäften ist dagegen wiederum zu viel Salz zugesetzt: Ein Glas vom "Eden Sauerkrautsaft mit Meersalz" beinhaltet beispielsweise mehr als zwei Gramm. Das ist reichlich, legt man den Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von sechs Gramm Salz pro Tag zugrunde.

Und so fällt das Fazit der Tester folgendermaßen aus: Gemüsesäfte sind zwar grundsätzlich gesund, aber kein vollwertiger Ersatz für die täglichen Gemüseportionen. Vor allem bei Fertigprodukten gehen bei der Verarbeitung Nährstoffe verloren. Besser sind frisch zubereitete Säfte oder Smoothies, weil hier deutlich mehr gesunde Inhaltsstoffe enthalten bleiben. So oder so, mehr als ein Glas am Tag sollte es aber auch nicht sein. Dann aber am besten von einem frischen oder als "sehr gut" befundenen Saft. Hier sind sie: Jacoby Bio Sauerkrautsaft, milchsauer vergoren, mit Meersalz (1,19 Euro pro 500 ml), Voelkel Sauerkrautsaft, mit Meersalz, Demeter (1,59 Euro pro 500 ml) oder K-Bio Karottensaft (0,59 Euro pro 500 ml) - bei allen dreien handelt es sich um Bio-Produkte.   

Quelle: n-tv.de, awi

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