Ratgeber

Wie viel ist drin? Hier ist die Gehaltsprognose für 2020

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2020 gibt es wohl weniger mehr Geld.

(Foto: imago/Eibner)

Wie immer wird auch im nicht mehr ganz so neuen Jahr in Deutschland angepackt und Geld verdient. Und auch wenn es immer gerne mehr sein kann, geht es mit den Löhnen wohl etwas aufwärts - allerdings sind keine allzu großen Gehaltssprünge zu erwarten.

Das Leben hierzulande ist im letzten Jahr teurer geworden. Für die gestiegene Inflationsrate sind vor allem die höheren Energiekosten verantwortlich. Doch egal ob Wohnkosten, Lebensmittel oder sonstige Ausgaben. Leben muss bezahlt werden. Was die meisten Menschen von ihrem Lohn tun.

Und wie sieht's mit denen für 2020 aus? Die Analysten der Vergütungsberatung von Compensation Partner sind der Frage nachgegangen. Als Grundlage für die Gehaltsprognose dienten 2,5 Millionen Gehaltsdaten, die Entwicklung des Arbeitsmarkts, der Inflationsrate, des Bruttoinlandsprodukts sowie aktuell wirtschaftspolitisch relevante Geschehnisse, wie beispielsweise der anstehende Brexit.

Keine großen Gehaltssprünge für 2020

Ergebnis? Die Experten prognostizieren für das Jahr 2020 einen Lohnzuwachs von 2,9 Prozent. Diese Entwicklung bezieht sich sowohl auf Fach- als auch Führungskräfte. Damit fällt die erwartete Lohnsteigerung deutlich geringer aus als im Jahr zuvor. Für das Jahr 2019 wird die Inflationsrate voraussichtlich 1,4 Prozent betragen. Damit ist sie ebenfalls leicht rückläufig. Für die Lohnentwicklung bedeutet dies wiederum, dass abzüglich der Inflationsrate im Jahr 2020 mit einem Wachstum des Reallohns von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gerechnet wird. "Große Gehaltssprünge sind im Jahr 2020 nicht zu erwarten, da Arbeitgeber sich defensiver verhalten und sparsamer werden", sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Automobilindustrie vor großen Herausforderungen

Als Gründe für die schwächere Lohnentwicklung nennen die Analysten die unsichere Lage auf dem Weltmarkt. Dazu gehören die jüngsten Geschehnisse im Nahen Osten, eine weiterhin nervöse Situation rund um den Brexit sowie die angespannte Lage im Verhältnis zwischen den USA und China. Hierzulande steht die Automobilindustrie als bedeutendster Industriezweig in Deutschland vor großen Herausforderungen. Der technologische Wandel hinsichtlich der Elektromobilität fordert seinen Tribut. Über 400.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Und welche Maßnahmen können Unternehmen ergreifen, wenn große Lohnentwicklungen kaum möglich sind? Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht bei jüngeren Menschen immer mehr im Mittelpunkt. Auch die Absicherung im Alters- oder Pflegefall stellt uns gesellschaftspolitisch vor große Herausforderungen. Zudem blicken Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vermehrt auf das Verantwortungsbewusstsein eines Betriebes gegenüber Umwelt, Klima und Natur.

Quelle: ntv.de, awi