Ratgeber

Zum neuen Jahr Hier sind die wichtigsten Bauspar-Infos

Werden Bausparverträge zuteilungsreif, wird Kunden oft ein Festgeld-Angebot. Doch bevor Bausparer den Vertrag auflösen, sollten sie das Angebot genau prüfen. Foto: Jens Schierenbeck

Eine unvorteilhafte Baufinanzierung ist teuer - deshalb gilt es, Angebote zu vergleichen.

(Foto: Jens Schierenbeck, dpa)

Die Bausparkassen starten eine Charme-Offensive, um verprellte Kunden zurückzugewinnen. Viele Angebote sind durchaus interessant – wenn man das Kleingedruckte zu deuten versteht.

Lange Zeit hörte man, wenn überhaupt, nur Negatives über Bausparkassen. Dann wurde es ruhig um Wüstenrot und Co. Bis heute. Die anhaltende Ruhe erstaunt, denn aktuell gäbe es sogar erfreuliche Nachrichten. Die haben zwar mit reinen Bausparangeboten weniger zu tun, sondern eher mit der sofortigen Finanzierung. Erwähnenswert sind sie aber dennoch.

Interessante Aktionen

So wurde der FMH-Finanzberatung vor Kurzem unter anderem ein Angebot der Schwäbisch Hall Bausparkasse vorgelegt. Unser Kunde sollte für eine Laufzeit von zehn Jahren einen Sollzins von 0,7 Prozent für sein Bankdarlehen mit Bausparbesparung zahlen. Wenn die Zuteilung des Vertrages wie versprochen (nicht garantiert) erfolgt, ergäbe dies über die gesamte Finanzierungszeit von 20 Jahren und zwei Monaten einen Effektivzins von 1,33 Prozent. Das beste Bankangebot ohne Bausparmodell bei Volltilgung und 20 Jahren Laufzeit lag zu diesem Zeitpunkt bei 1,62 Prozent: Damit macht das Bausparangebot klar das Rennen.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Erfreulich fanden wir zudem, dass die Bausparkasse den Gesamteffektivzins über die gesamte Finanzierungszeit korrekt angegeben hatte. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein – in der Praxis gibt es aber leider immer noch verwirrende Angaben im Vorfeld der Angebote.

Ebenfalls begrüßenswert: Bausparkassenmodelle wie dieses gibt es inzwischen häufiger; oft stammen die Offerten von der Schwäbisch Hall. Kunden sollten aber beachten, dass es sich vielfach um Aktionen und nicht um Standardangebote handelt. Wer unsicher ist, wie vorteilhaft ein Angebot ist, sollte es daher von unabhängiger Seite prüfen lassen. Das ist zwar nicht ganz günstig – auch wir bei der FMH berechnen für eine Gegenüberstellung zweier unterschiedlicher Angebote 175 Euro, weil wir jede einzelne Offerte individuell auswerten müssen. Eine unvorteilhafte Baufinanzierung ist aber auf jeden Fall um ein Vielfaches teurer.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Zudem gibt es eine Reihe kleinerer Veränderungen bei den Bausparverträgen, die mal mehr, mal weniger erfreulich sind.

  • Veränderte Abschlussgebühr. Die Wüstenrot Bausparkasse verbilligt die sonst obligatorische Abschlussgebühr für Mitglieder des Deutschen Beamtenbundes um stolze 50 Prozent. Die Geschäftspolitik hinter diesem Angebot erschließt sich zwar nur begrenzt – aber für Beamte kann es sich lohnen, hier zuzugreifen. Bei der LBS Bayern steigt die (günstige) Abschlussgebühr von 1,0 auf 1,1 Prozent der Bausparsumme. Bei den teureren Tarifen fallen bei vielen Bausparkassen, wie in der Vergangenheit, 1,6 Prozent an.
  • Wortklauberei. Kundenfreundliche Bausparkassen respektieren die Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) und verlangen eine Kontoführungsgebühr nur in der Ansparphase (oder verzichten ganz darauf). Weniger kundenfreundliche Anbieter tricksen:  Sie benennen ihre einstige Kontoführungsgebühr schlicht in „Servicegebühr“ um und verlangen diese Gebühr auch in der Darlehensphase. Denn eine Servicegebühr hat der BGH ja nicht verboten.
  • Neue Basisbedingungen. Nicht verwunderlich, aber unschön aus Sicht der Kunden: Die Bausparkassen haben die Guthabenzinsen im vergangenen Jahr nochmal um durchschnittlich 0,05 Prozentpunkte auf 0,29 Prozent gesenkt. Dafür ist auch der Mittelwert der Darlehenszinsen niedriger: Er liegt jetzt bei 2,33 statt bei 2,45 Prozent. Verändert haben sich im Durchschnitt aller Bausparkassen zudem die Vorgaben zur regelmäßigen Besparung und Tilgung. Für einen Bausparvertrag über 100.000 Euro zahlen Kunden nun 421 statt 413 Euro pro Monat. Die Rückzahlungsrate für ein solches Darlehen erhöhte sich im Mittel von 560 auf 622 Euro pro Monat. Die Bausparkassen wollen die Verträge schneller abwickeln.

Die Bedeutung des Kleingedruckten

Vor Abschluss eines Bausparvertrags sollten Kunden die Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) möglichst durchlesen. Das macht, zugegebener Weise, überhaupt keinen Spaß. Doch wer die Mühe auf sich nimmt, wird dort sehr viele Klauseln finden, die ihn überraschen – etwa, weil sich vermeintliche Zusagen als butterweiche "Kann"-Klauseln entpuppen.

Alternativ können Interessenten auch unseren neuen Bausparvergleich nutzen, der überwiegend auf den Angaben aus den ABBs beruht und helfen soll, die zum Teil extremen Unterschiede in den Tarifbedingungen zu verdeutlichen. Das macht das Thema Bausparen zwar nicht unbedingt einfacher, aber auf jeden Fall transparenter.

Hier ist der neue Bausparvergleich der FMH-Finanzberatung

Quelle: n-tv.de

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