Ratgeber

Wenn nichts mehr geht Immer mehr rechnen mit Strom-Blackout

Ohne Strom

Experten raten bei einem Stromausfall vor allem: Ruhe bewahren!

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Sie ist zwar ziemlich teuer, aber dennoch eine große Selbstverständlichkeit: die Stromversorgung. Zumindest bisher. Denn immer mehr Menschen in Deutschland halten auch hierzulande einen längeren Stromausfall für möglich - und sind nicht gut vorbereitet.

Auch wenn die durchschnittliche Unterbrechungsdauer der Stromversorgung in Deutschland bei unter 15 Minuten pro Jahr liegt, halten zunehmend mehr Menschen hierzulande auch flächendeckende und länger andauernde Stromausfälle für möglich.

Nach den großflächigen Stromausfällen im Sommer 2021 ist der Anteil der Deutschen, die einen Stromausfall an ihrem Wohnort für wahrscheinlich halten, um rund 7 Prozentpunkte angestiegen. Dennoch sind die meisten Haushalte in Deutschland nach wie vor nicht auf einen Blackout vorbereitet. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.

Zwar halten 67 Prozent der Befragten die Stromversorgung für sicher, doch die verheerenden Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz diesen Sommer, durch die Hunderttausende Haushalte zum Teil wochenlang ohne Strom auskommen mussten, haben doch ihre Spuren hinterlassen.

Naturkatastrophen und Cyber-Angriffe

"Dadurch ist das Thema Blackout bei vielen Deutschen präsenter geworden. 32 Prozent der Befragten geben an, dass sie es für wahrscheinlich halten, dass die Stromversorgung auch an ihrem Wohnort ausfallen könnte. Im Jahr 2019 lag dieser Wert noch bei 25 Prozent", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Nach den Überflutungen hält die Mehrheit der Bevölkerung (52 Prozent) Naturkatastrophen für die größte Bedrohung der Stromversorgung. Vor zwei Jahren wurden noch veraltete Stromnetze als Hauptproblem eingeschätzt. Marode Stromnetze werden nun gemeinsam mit Cyber-Angriffen (je 38 Prozent) als zweitgrößte Blackout-Gefahr angesehen. Darauf folgen Terrorangriffe/Sabotageakte (30 Prozent) und Ausfälle durch menschliches Versagen (28 Prozent). Dass die Stromnetze durch die Stromproduktion aus Sonne und Wind überlastet werden könnten, fürchten nur 16 Prozent der Befragten.

Kein Vertrauen in öffentliche Stellen

65 Prozent der Befragten geben an, sich noch nie mit dem Thema Stromausfall befasst zu haben. Doch selbst wer sich damit gedanklich beschäftigt (35 Prozent), unternimmt in der Regel wenig: Nur eine knappe Mehrheit dieser Gruppe gibt an, auch selbst konkrete Vorbereitungen getroffen zu haben. Dabei hält die Mehrheit aller Befragten eigene Vorbereitungen auf einen möglichen Blackout für sinnvoll (61 Prozent), auch weil sie öffentlichen Stellen diese Aufgabe mehrheitlich nicht zutrauen.

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Wenn sich die Befragten auf einen Stromausfall vorbereitet haben, wurde am häufigsten (63 Prozent) für Beleuchtungsmittel wie Kerzen oder Taschenlampen gesorgt. Auch Vorräte an Nahrung (60 Prozent), Bargeld (47 Prozent) und Wasser (46 Prozent) werden häufiger angelegt. Selten wird für eigene Elektrizität per Notstromaggregat (24 Prozent) gesorgt. 18 Prozent geben an, sich im Bereich Selbstverteidigung/Bewaffnung vorbereitet zu haben.

Welche Vorräte Sie im Notsituationen zu Hause haben sollten, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, awi

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