Ratgeber

Wenn das Freibad lockt Ist Coronavirus auch im Wasser übertragbar?

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Schöne Aussichten? Noch ist nicht klar, ob der Freibadbesuch dieses Jahr ausfallen muss.

(Foto: imago/Westend61)

Deutschland macht sich locker. Zumindest etwas. Zudem steht ja langsam der Sommer vor der Tür. Da wäre dann der Besuch von Freibädern eine naheliegende Sache. Doch die sind wegen Corona noch nicht geöffnet. Aber wenn sie aufmachen - könnte das Virus übers Wasser übertragen werden?

Hurra, es ist fast schon Sommer. Nichts wie ab ins Freibad. Denkste. Zwar haben die Bundesregierung und die Länder in der Corona-Krise weitere Lockerungen verkündet und Deutschland öffnet sich so langsam wieder- allerdings nur unter Vorbehalt. Wann, wo und in welchem Umfang die Freibäder öffnen könnten, ist bisher ungewiss und liegt in der Verantwortung der jeweiligen Landesregierung.

Stellt sich die Frage, ob das Coronavirus überhaupt übers Wasser übertragen werden kann und welche Gefahren bei einem Freibadbesuch lauern könnten.

Praktisch keine Infektionsgefahr

RTL hat dazu den Experten Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, befragt. Und der gibt zumindest fürs Schwimmen Entwarnung. "Über Wasser kann das Virus nur sehr, sehr schlecht übertragen werden." Denn: Alles, was in ein Schwimmbad reinkommt, wird immens verdünnt - auch Viren und Bakterien. "Und zusammen mit den Desinfektionsleistungen, wir haben ja in den Schwimmbädern überall Chlor im Wasser, besteht da praktisch keine Infektionsgefahr." Das bestätigt auch das Umweltbundesamt. Und insgesamt gilt, so der Hygieniker: Alles, was an der freien Natur mit Distanz stattfindet, birgt ein wesentlich kleineres Infektionsrisiko als zum Beispiel die Situation an der Kasse oder ein Aufenthalt in der vollen U-Bahn.

Spricht demnach also gar nicht so viel gegen eine Wiederöffnung der Freibäder? Oder ist es gar nicht möglich, Abstands- und Hygieneregeln in einem Freibad einzuhalten? Die Infektions-Hotspots in Frei- und Schwimmbädern seien die Umkleiden, die Kassenschlange und das Zusammentreffen auf der Liegewiese mit Handtüchern - "nicht das Kraulen oder der Sprung vom 10-Meter-Brett", so der Hygiene-Experte. "Im Wasser ist das Risiko so gut wie zu vernachlässigen."

Pandemieplan steht bereits

Die Öffnung eines Freibades müsste also trotzdem mit Maßnahmen begleitet werden: "Zugangsbeschränkungen und Abstandsregelungen sind nötig und die Bademeister müssen stets darauf achten, dass es nicht zu Rudelbildungen kommt", so Dr. Zinn.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) hat bereits einen Pandemieplan erstellt, um bei einer möglichen Öffnung der Schwimmbäder vorbereitet zu sein. Dabei geht es vor allem um die Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen in den Duschen, Umkleiden und in den Schwimmbecken sowie in den Warteschlangen am Eingang. Wie viele Menschen zusammen in einem Schwimmbad sein dürfen, hängt laut dem Pandemieplan der DGfdB von der Größe der Becken und Liegeflächen ab. Für Schwimm- und Badebecken ist demnach eine Maximalbelegung auf 2,7 m² je Badegast im Nichtschwimmerbecken/-bereich und 4,5 m² je Badegast im Schwimmerbecken/-bereich vorgesehen. Für ein 25-m-Mehrzweckbecken mit fünf Bahnen dürften sich hier dann beispielsweise 56 Personen im Nichtschwimmerbereich und 36 Personen im Schwimmerbereich (insgesamt 92 Personen) gleichzeitig im Becken aufhalten.

Quelle: ntv.de, awi