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Eltern plündern Konto Ist das Sparbuch des Kindes tabu?

Auch Kinder können schon ansehnliche Beträge auf der hohen Kante haben. Doch Eltern dürfen das Geld weder für sich noch für die Kinder ausgeben - meistens.

Eltern dürfen die Ersparnisse der Kinder nicht nutzen. Foto: Patrick Seeger

Eltern dürfen die Ersparnisse der Kinder nicht nutzen.

(Foto: dpa)

Ein neues Kinderzimmer oder neue Kleidung: Eltern wollen das manchmal mit dem Ersparten der Kinder finanzieren. Was viele nicht wissen: An das Sparbuch kommen Mutter und Vater gar nicht heran.

Eltern dürfen die Sparbücher ihrer minderjährigen Kinder nicht plündern. Das berichtet die Fachzeitschrift "NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht" (Heft 17/2015) unter Berufung auf einen Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt. Das gilt auch, wenn mit dem Geld beispielsweise Bekleidung oder Einrichtungsgegenstände für das Kind gekauft werden. (Az.: 5 UF 53/15).

Das OLG verpflichtete mit seinem Spruch eine Mutter, ihrem siebenjährigen Kind knapp 2400 Euro als Schadenersatz zurückzuzahlen. Die Großeltern des Kindes hatten auf dessen Namen ein Sparbuch eingerichtet und 1000 Euro eingezahlt. Weitere 1350 Euro hatte der leibliche Vater des Kindes auf das Sparbuch überweisen lassen. Die damals allein sorgeberechtigte Mutter hatte das Geld allerdings abgehoben. Nach ihren Angaben kaufte sie davon ein Kinderbett, Bekleidung und weitere Ausstattungsgegenstände für das Kind.

Solche Kosten müsse die Mutter aber aus eigenen Mitteln tragen, befanden die Richter. Das Geld des Kindes sei nicht dazu da, um die Unterhaltungsleistungen der Eltern zu finanzieren. Das OLG ließ dabei offen, ob die Mutter das Geld tatsächlich so verwendet hatte. Denn selbst in diesem Fall ändere dies nicht an der Rechtswidrigkeit des Vorgehens.

In einem anderen Fall der vor dem Landgericht Coburg verhandelt wurde, stellten die Richter jedoch klar, dass es durchaus Fälle gibt, in denen ein Angehöriger ein Sparbuch auf den Namen eines Kindes angelegt hat und trotzdem weiter über den einbezahlten Geldbetrag verfügen kann. Zum Beispiel dann, wenn das minderjährigen Kind beziehungsweise Enkelkind noch nichts von der Existenz des Kontos wisse und die Einzahlung auch durch denjenigen erfolgte, welcher später über das Konto verfügt.

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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