Ratgeber

Computerpanne mit Folgen Jetzt Gehaltsabrechnung kontrollieren

Ehepaare, die den Splittingtarif nutzen, sollten einen Blick auf die letzte Lohnabrechnung werfen. Wegen eines technischen Fehlers sind einige von ihnen in eine falsche Steuerklasse gerutscht. Fällt der Irrtum nicht auf, gibt es dauerhaft zu wenig Geld.

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Die Steuerklasse steht in der Gehaltsabrechnung.

(Foto: imago/Eibner)

Verheiratete Arbeitnehmer sollten ihre Lohnabrechnung für September kontrollieren. Zehntausende haben im September zu viele Steuern gezahlt und müssen sich das Geld jetzt zurückholen. Da die Finanzämter den Fehler nicht selbst erkennen können, sind sie auf die Mithilfe der Betroffenen angewiesen.

Grund ist ein Fehler in der Datenbank des Bundeszentralamts für Steuern. In der sogenannten ELStAM-Datenbank sind die Steuermerkmale für alle Arbeitnehmer gespeichert, etwa Kinderfreibeträge, Informationen zur Kirchensteuer und natürlich auch die Steuerklassen. Und bei eben jenen Steuerklassen kam es nun in einigen Fällen zu einer unbeabsichtigten Umstellung: Die Steuerklasse III wurde durch Klasse IV ersetzt und diese Änderung wurde den Arbeitgebern Anfang September mitgeteilt. Die Folge: Die Firmen haben mehr Lohnsteuer an das Finanzamt abgeführt und folglich auch einen höheren Solidaritätszuschlag und mehr Kirchensteuer.

Verheiratete Arbeitnehmer, die den Splittingtarif nutzen, sollten jetzt also einen Blick auf die letzte Lohnabrechnung werfen und prüfen, ob dort die richtige Steuerklasse angegeben ist. Wer einen Fehler findet, wendet sich am besten schnell und formlos an das Finanzamt und beantragt die Korrektur, rät die Oberfinanzdirektion Karlsruhe. Anfang November sollte man dann die richtige Steuerklasse mitgeteilt bekommen.

Natürlich können sich die Betroffenen zu viel einbehaltenes Geld auch erstatten lassen. Dazu fordern sie vom Finanzamt eine Papierbescheinigung mit der Steuerklasse III an, die sie dann beim Arbeitgeber abgeben können. Der kann die Steuern dann mit dem Oktobergehalt verrechnen. Wichtig: Die Arbeitnehmer müssen den Fehler auf jeden Fall selbst melden, es gibt keine automatische Korrektur. Wer die Abrechnung nicht prüft, bekommt also womöglich monatelang weniger Geld ausgezahlt.

Es ist nicht die erste Panne dieser Art. Schon im Juli hatten fast 28.800 Verheiratete deutliche Gehaltseinbußen zu verzeichnen. Sie wurden plötzlich in der ungünstigsten Steuerklasse I geführt statt im Splittingtarif.     

Quelle: ntv.de, ino

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