Ratgeber

Harte Nuss? Kokosöl und Kokosmilch im Test

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Das Fett der Kokosnuss ist vor allem zum Braten geeignet.

(Foto: imago/AFLO)

Die Kokosnuss steht nicht nur für Genuss. Der Verzehr entsprechender Produkte soll auch viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Doch bevor zugegriffen wird, sollte bedacht werden, dass sich darin nicht selten Schadstoffe finden. Öko-Test vergibt denn auch fünf Mal ein "mangelhaft".

Kulinarisch sind die Zeiten vorbei, in denen nur Regionales in den Topf kam. Die Globalisierung hat längst den heimischen Herd erreicht. So findet auch das Öl und die Milch der Kokosnuss seinen Weg in deutsche Mägen. Doch damit nicht genug, neben dem Geschmack soll der Verzehr entsprechender Produkte auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Beispielsweise soll das Fett der Frucht der Kokospalme vorbeugend gegen Alzheimer wirken und vor Herzinfarkt schützen. Wegen solcher Versprechen greifen Verbraucher verstärkt zu Kokosprodukten.

Was die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) allerdings kritisch sieht - demnach ist keine der Behauptungen, die rund um die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Kokosnuss kursieren, wissenschaftlich bewiesen. Im Gegenteil: Aufgrund des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren sei Kokosöl nicht das Fett der Wahl für den täglichen Gebrauch. Die DGE rät eher zu Rapsöl in der Küche, weil es ein sehr günstiges Fettsäuremuster aufweist.

Fünf Öle fallen mit "mangelhaft" durch

Nun, nicht jeder glaubt an die Weisheiten der DGE und derlei Überlegungen sollten niemanden auf die Palme bringen. Gibt es doch Völker, deren Ernährung zu 20 Prozent aus den gesättigten Fetten der Kokosnuss besteht. Merkwürdigerweise zählen die zu den gesündesten Bewohnern dieses Planeten. Wie auch immer, in Maßen genossen hat die Kokosnuss sicherlich noch niemandem geschadet.

Viel wichtiger ist, dass die Qualität der Produkte stimmt. Und dem ist Öko-Test auf dem Grund gegangen und hat 20 Kokosöle beziehungsweise Kokosmilch zu Preisen zwischen 0,41 und 2,99 Euro untersucht. Nur zur Unterscheidung: Kokosmilch besteht aus gepresstem Kokosnussfleisch und Wasser. Sie bringt Kokosaroma in Currys, Eintöpfe oder Suppen und eignet sich auch als rein pflanzlicher Sahneersatz. Kokosöl dagegen wird aus dem getrockneten Fruchtfleisch der Kokosnuss gepresst. Unterschiede gibt es zwischen nativem und thermisch behandeltem Öl. Natives Öl riecht und schmeckt nach Kokos, es wurde nicht erhitzt. Thermisch behandeltes Öl ist geschmacksneutral. Der Vorteil von Kokosöl: Es lässt sich hoch erhitzen und ist damit, anders als etwa Raps- und Olivenöl, auch hohen Temperaturen beim Braten oder Frittieren gewachsen.

Kokosnussmilchsorten im Test frei von Mineralöl

Ergebnis der Untersuchung? Von der Hälfte der Öle raten die Tester wegen problematischer Mineralölbestandteile ab. Fünf davon fallen mit "mangelhaft" durch. Nämlich das "Alnatura Kokosöl Neutral", "Bio Planète Kokosöl Nativ", "Rewe Bio Kokosöl Nativ, Naturland", "Schneekoppe Kokosöl, nativ kaltgepresst" und das "Palmin 100 Prozent reines Kokosöl, geschmacksneutral".

Dagegen sind satte zehn Kokosprodukte sind mit "sehr gut" empfehlenswert. Unter anderem sind dies das "Bio Zentrale Öl Kokos Nativ kaltgepresst" (2 Euro pro 100 ml), "Borchers Bio Kokos-Öl, kaltgepresst, Fairtrade" (1,55 Euro) und "Rapunzel Kokosöl Nativ, Hand in Hand" (1,27 Euro) - nur um ein paar Öle zu nennen.

Bei der Milch hingegen können Verbraucher unbesorgt zum Beispiel zu nachfolgenden Produkten greifen: "Bio Gourmet Kokosmilch" (0,87 Euro), "Dennree Kokosmilch" (0,50 Euro) und die "Dm Bio Kokosmilch, Naturland" (0,41 Euro). Und auch gut zu wissen: Alle Kokosnussmilchsorten im Test sind frei von Mineralöl.

Quelle: ntv.de, awi

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