Ratgeber

Falsches Gefühl von Sicherheit Mobile Luftreiniger kein Ersatz fürs Lüften

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Je nach Raumgröße und Zahl der Menschen ändert sich die zu filternde Luftmenge.

(Foto: imago images / Panthermedia)

In der dunklen Jahreszeit verlagern sich Treffen wieder mehr nach drinnen. Viele überlegen nun, sich für zu Hause einen mobilen Luftreiniger zuzulegen. Gegen Corona helfen die Geräte aber nur bedingt

Mit den tieferen Temperaturen verbringen wir wieder mehr Zeit in Innenräumen. Trotz Corona wollen viele aber nicht auf den Kontakt mit anderen verzichten. Mobile Luftreiniger scheinen hier eine gute Lösung zu sein. Sie können aber leicht ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Denn die Geräte können zwar die Zahl der Viren in der Raumluft reduzieren, Übertragungen im nahen Kontakt (unter 1,5 Meter) aber nicht verhindern. Deshalb sind sie nur eine unterstützende Maßnahme, um Aerosole in der Raumluft zu verringern, so die Verbraucherschützer. Schutzmaßnahmen wie Lüften und Abstandhalten bleiben weiter unerlässlich.

Am besten kurz und effektiv lüften

Um die Virenkonzentration in der Raumluft zu reduzieren, sollte man am besten fünf Minuten bei weit geöffnetem Fenster lüften. Optimal für den schnellen Luftaustausch, mit möglichst geringem Wärmeverlust, ist eine kurze Querlüftung mit Durchzug. Das auf Dauer gekippte Fenster ist hingegen weniger wirksam.

Wer sich für zu Hause dennoch einen Luftreiniger zulegen will, sollte folgende Punkte beachten:

Der richtige Filter

Partikelfilter können virushaltige Partikel aus der Luft zurückhalten, nicht alle Filter sind aber gleich gut geeignet. Laut Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sollten Geräte über sogenannte High Efficiency Particulate Air (HEPA)-Filter der Klasse H13 oder einen gleichwertigen Filter verfügen. Außerdem müssen die Filter nach einer bestimmten Betriebszeit ausgewechselt werden, da die Filterleistung mit der Zeit nachlässt.

Auf Raumgröße und Personenzahl achten

Je nach Raumgröße und Zahl der Menschen ändert sich die zu filternde Luftmenge. Die Leistung des Geräts muss entsprechend angepasst werden, dies kann zu einem höheren Stromverbrauch und Lärmbelästigung führen. Werden mehrere Räume gemeinsam genutzt, braucht jeder Raum einen eigenen Luftreiniger.

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Vorsicht bei bestimmten Luftreinigungstechniken

Geräte, die mit Ozon arbeiten, können die Raumluft mit gesundheitsschädlichem Ozongas belasten. Manche Geräte ionisieren die Raumluft, welches für sich allein genommen Corona-Viren aber nicht unschädlich machen kann. Außerdem kann bei der Ionisation auch Ozon gebildet werden. Luftreiniger mit UV-C-Strahlung sollten grundsätzlich nur benutzt werden, wenn gesichert ist, dass aus ihnen keine UV-C-Strahlung freigesetzt wird, da diese sonst Haut und Augen schädigen kann.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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