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Stubentiger unterm Wagen Muss Autofahrer nach Katze schauen?

Die Bahndlungskosten beim Tierarzt für eine kranke Katze können die Haushaltskasse durchaus belasten. Eine spezielle Versicherung lohnt aber trotzdem nicht in jedem Fall. Foto: Frank Rumpenhorst

Besitzer sind auch für freilaufende Haustiere verantwortlich.

(Foto: dpa-tmn)

Katzenliebe kann sehr teuer werden - etwa dann, wenn das Tier von einem startenden Auto angefahren wird und in die Klinik muss. Hätte der Fahrer zuvor nachschauen müssen? Und ist er in der Haftung?

Autofahrer sind vor dem Losfahren nicht dazu verpflichtet, nachzuschauen, ob sich eine Katze unter ihrem Wagen versteckt hat. Ist ein Tier dort und wird es verletzt, so muss der Fahrer nicht dafür haften. Das zumindest zeigt eine Entscheidung des Landgerichts (LG) Krefeld (Az.: 3 S 8/19), auf die die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

In dem Fall hatte ein Mann sein Auto samt Anhänger in einer Spielstraße geparkt, um einen Kunden zu besuchen. Unter dem Fahrzeug versteckte sich die Katze einer Frau. Das Tier konnte draußen frei herumlaufen. Als der Mann losfuhr, wurde die Katze angefahren. Nach Beendigung des Kundengesprächs verließ der Mann mit seinem Wagen und dem Materialanhänger die Spielstraße und fuhr hierbei die Katze der späteren Klägerin an. Noch während der Rückfahrt erhielt der Fahrer einen Anruf der Katzen-Besitzerin, welche ihm den Sachverhalt und die damit einhergehenden Verletzungen der Katze schilderte. Daraufhin erwiderte der Beklagte sinngemäß: "dass die [gemeint ist die Klägerin mit ihrer Familie] mit der Katze ruhig in die Tierklinik fahren sollen."

Was die Frau auch tat. Die Kosten für die Behandlung des Tieres von rund 2337 Euro wollte sie vom Fahrer erstattet haben, die erste Instanz gab ihr auch recht.

Katze versteckte sich unter Gespann

Im Berufungsverfahren wies das LG die Klage allerdings ab und begründete dies mit der sogenannten Tiergefahr. Es entspricht demnach der tierischen Natur, sich unberechenbar und selbstständig zu verhalten. Gerade freilaufende Katzen verstecken sich typischerweise, befand das Gericht. So kann man nicht wissen, wo sich das Tier gerade befindet. Grundsätzlich muss man nach Auffassung des Gerichts nicht vor dem Start nachsehen, ob sich unter dem Auto eine Katze befindet.

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Autofahrer müssen auch aus der Betriebsgefahr ihres Gespanns heraus nicht haften, entschied das LG. Vielmehr könne die Besitzerin nicht ihre Katze frei und unkontrolliert laufen lassen und sich nicht um das Tier kümmern, zugleich aber von Teilnehmern am Straßenverkehr entsprechende Sorgfalts- und Schutzpflichten erwarten.

Wann sich Tier-Versicherungen lohnen, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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