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Wann man was wählt Notruf oder Kassenärztlicher Notdienst?

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Der Kassenärztliche Notdienst kann unter der 116117 erreicht werden. Viele Deutsche kennen diese Telefonnummer aber noch nicht.

(Foto: imago/Jochen Tack)

An Wochenenden und Feiertagen platzen die Notaufnahmen vieler Krankenhäuser aus allen Nähten. Damit der Ansturm verringert wird, gibt es seit einiger Zeit einen ärztlichen Notfalldienst zur Entlastung. Doch wann wählt man welche Nummer?

Hämmernde Kopfschmerzen, quälende Bauchschmerzen oder eine blutetende Schnittwunde: Treten solche Beschwerden außerhalb der Öffnungszeiten von Arztpraxen auf, rufen viele Patienten die Notrufnummer 112 oder fahren direkt in die Notaufnahme. Für solche nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen sind die Ärzte in der Notaufnahme jedoch nicht zuständig. Nur wenn akute Lebensgefahr besteht, sollte die Nummer 112 gewählt werden. Das ist zum Beispiel bei einem Herzinfarkt, einem schweren Verkehrsunfall oder extremer Atemnot der Fall.

Der Kassenärztliche Notdienst soll die überfüllten Notaufnahmen entlasten und kann unter der Nummer 116117 erreicht werden. Mittlerweile sind schon 771 Bereitschaftspraxen im Einsatz. Der Notfalldienst ist für alle Erkrankungen zuständig, von denen keine akute Lebensgefahr ausgeht. Wer also unter starken Beschwerden leidet und nicht auf den nächsten Tag warten kann oder will, sollte den Notfalldienst kontaktieren. Das empfiehlt die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite.

Das medizinische Personal hört sich das Problem des Patienten zunächst an und gibt erste Tipps zur Selbstversorgung. Wenn notwendig, wird der Anrufer an eine Bereitschaftsdienstpraxis verwiesen. Kann der Patient das Haus aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes nicht verlassen, kommt ein Arzt zum Hausbesuch. Menschen mit einer Sprach- oder Hörschädigung können die Hilfe des Notdienstes mittels eines Faxformulars beanspruchen.

Die Behandlungskosten übernehmen - abhängig vom Vertrag - die gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Ab dem Jahr 2020 wird der Kassenärztliche Notfalldienst auch online oder über eine App erreichbar sein.

Quelle: n-tv.de, imi

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