Ratgeber

Essig im Test Nur jeder zweite Balsamico kann überzeugen

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Mancher Balsamico ist für den Salat zu kostbar.

(Foto: imago/Panthermedia)

Ein guter Balsamico-Essig darf nicht nur in den Salat. Stimmt die Qualität, kann er auch zum Verfeinern von Desserts, Obstsalat oder Eis eingesetzt werden. Warentest testet 27 Essige und stellt fest: Zwischen einigen von ihnen liegen Welten.

Die Bezeichnung "Aceto Balsamico di Modena" ist als geografische Angabe für Balsamico-Essig aus dem italienischen Modena geschützt. Süß-Saures aus anderen Ländern darf also nicht unter dieser Bezeichnung vertrieben werden. Dementsprechend groß sind die Erwartungen, die an das Original gestellt werden.

Zum Beispiel bei der Stiftung Warentest. Die hat 19 "Aceto Balsamico die Modena" und 8 weiße Essige (sogenannten "Condimento Bianco") einer gründlichen Geschmacks- und Laborprobe unterzogen.

Das Ergebnis? Auch süß-sauer. Unter den 19 braunen Essigen fanden sich 9, die das Urteil "gut" bekamen, unter den 8 weißen waren es nur 2. Dabei unterschieden sich die Preise bei den 11 guten um das bis zu 60-Fache. 

Traubenmostanteil entscheidend

Ob nun 120 Euro pro Liter oder aber nur 1,98 Euro ausgegeben werden sollten, hängt vor allem von der Verwendung ab. Zum Verfeinern von Parmesan, Desserts oder Fleischgerichten sollte es ein hochwertiger Balsamico sein, für Soßen etwa reicht das bessere Mittelfeld, fürs Salatdressing genügen Essige mit wenig Traubenmost vom Discounter.

Denn genau auf den Traubenmostanteil kommt es an. "Je höher der Traubenmostanteil, desto süßer und zähflüssiger ist der Balsamico und desto intensiver sein Aroma", erklärt Testleiter Dr. Jochen Wettach von der Stiftung Warentest. Zudem gilt: Länger gereifter Balsamico ist aromatischer. Minimum sind 60 Tage. Drei Jahre gereifte Balsamico-Essige tragen den Hinweis "invecchiato".

Urteil "mangelhaft" wurde nicht vergeben

Für "gut" im aktuellen Test wurden die Edelvarianten "Giuseppe Cremonini" (52 Euro) und "Giuseppe Giusti" für 120 Euro pro Liter befunden. Für gerade mal je 1,98 Euro je Liter gibt es bei Kaufland und Aldi ebenfalls mit "gut" benotete Tropfen, die durchaus für eine Vinaigrette taugen. Zu den geschmacklichen Spitzenreitern zählen der dunkle Bio-Balsamico von "Rapunzel" (18 Euro pro Liter) sowie "Alnatura" mit seinem dunklen und hellen Balsamessig (je 5,40 Euro pro Liter).

Die Balsamico-Essige, die mit den Urteilen "befriedigend" und "ausreichend" beurteilt wurden, unterteilen sich in zehn dunkle und sechs weiße Sorten. Hauptkritikpunkte der Tester waren hier ein einseitig saurer Geschmack, Essigester-Geruch, eine mangelhafte Deklaration und ein geringer Traubenmostanteil. Aber immerhin, ein Urteil "mangelhaft" wurde nicht vergeben. Was nicht zuletzt an den Qualitätsverbesserung im Vergleich zu einem Test im Jahr 2011 lag. Damals stammten Essig und Zucker nicht immer aus Trauben. Dafür gab es im aktuellen Test keine Hinweise mehr.

Quelle: ntv.de, awi