Ratgeber

Weniger Arbeiten Ohne Pause früher in den Feierabend?

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Endlich Feierabend.

(Foto: imago/Westend61)

Für viele ist der Arbeitstag deutlich zu lang. Um dies zu ändern, kann man entweder reduzieren, den Chef bei der Arbeitszeit bemogeln - was nicht zu empfehlen ist, oder aber auf die Pause verzichten und stattdessen früher gehen. Doch ist das erlaubt?

Egal ob 6, 8 oder sogar 9 Stunden - wer regelmäßig arbeiten geht, kennt das Problem: Irgendwie bleibt dem gemeinen Arbeitnehmer nie genug vom Tag übrig, um allen Notwendigkeiten des Alltags und auch noch einer erfüllten Freizeitgestaltung nachzukommen. Dabei ist Lösung einfach: weniger arbeiten.

Doch was zunächst simpel klingt, hat seine Tücken. Da wäre zunächst einmal die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren. Die entsprechenden Gesetze und Tarifverträge sollten dies eigentlich möglich machen. Doch nicht selten stoßen Beschäftigte mit diesem Wunsch auf Widerstände. Die Gründe: mangelndes Verständnis, rigide Arbeitsorganisation und knappe Personalausstattung. Klappt es dennoch mit dem weniger Arbeiten, gibt es allerdings auch weniger Geld. Was auch nicht erwünscht ist.

Also gilt es ein Modell zu finden, bei dem der Mitarbeiter genauso viel verdient und dennoch weniger Zeit bei der Arbeit verbringen muss. Wer nun die ein oder andere Mogelei bei der Arbeitszeit in Betracht zieht, sollte diesen Gedanken ganz schnell verwerfen. Denn da es sich hierbei um vorsätzlichen Betrug handelt, kann der Arbeitgeber kündigen. Fristlos. Letzteres auch deshalb, weil ein Arbeitszeitbetrug einen schwerwiegenden Vertrauensbruch darstellt.

Der zweite Vorname der Hoffnung

Okay, nächste Idee: keine Pause machen und sich stattdessen früher in den Feierabend verabschieden. Klingt zunächst einmal nicht schlecht. Vor allem auch deshalb, weil sich der Arbeitnehmer nun wieder auf dem Pfad der Tugend befindet und der Gedanke ja durchaus praktikabel erscheint. Wäre da nicht das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Dieses regelt unter anderem die höchstzulässige Arbeitszeit und legt Pausenzeiten fest - zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit des Mitarbeiters. So ist es Arbeitnehmern beispielsweise untersagt, länger als 6 Stunden am Stück ihrer Arbeit nachzukommen. Spätestens dann ist eine Pause von mindestens 30 Minuten fällig. Wer vertraglich zu mehr als 9 Stunden verpflichtet ist, bei dem erhöht sich die Pausenzeit auf mindestens 45 Minuten. Grundsätzlich kann diese auch in Zeitabschnitte von 15 Minuten aufgeteilt werden. 

Doch laut ArbZG hat der Arbeitnehmer nicht nur ein Recht auf diese Pause, auch der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, diese seinem Mitarbeiter zu gewähren. Außerdem muss zwischen Feierabend und dem nächsten Arbeitstag eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden liegen. Kommt der Chef den entsprechenden Regelungen nicht nach, droht ihm von Seiten der zuständigen Aufsichtsbehörde ein Bußgeld. Soweit diese überhaupt davon erfährt. Und so dürfte in der Praxis die ein oder andere Mittagspause für einen verkürzten Arbeitstag geopfert werden. Als Dauerlösung taugt diese Variante schon im Interesse des Arbeitnehmers nicht. Stichwort Sicherheit und Gesundheit. 

Fazit: Wer regelmäßig weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringen möchte, muss reduzieren. Gegebenenfalls auch gegen die Widerstände des Arbeitgebers. Wer gleichzeitig auch noch eine Gehaltserhöhung rausholt, kann vielleicht sogar ohne finanzielle Einbußen das Mehr an Freizeit genießen. Wobei es sich bei dieser Möglichkeit wohl um eine Illusion handeln dürfte. Aber die ist ja bekannterweise der zweite Vorname der Hoffnung.   

Quelle: ntv.de

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