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Viele mit Mineralöl belastet Olivenöl? Nur zwei sind gut

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Einige Öle sind nicht nur verunreinigt, sondern schmecken einfach nicht.

(Foto: imago/blickwinkel)

Die Güteklasse "nativ extra" verspricht allerhöchste Qualität. Und Olivenöl steht ja per se für eine gesunde Ernährung. Doch Pustekuchen, im Öko-Test ist die Hälfte der Produkte nicht zu empfehlen, denn sie sind verunreinigt.

Das beliebteste Öl hierzulande ist nicht Oliven-, sondern das heimische Rapsöl, gefolgt von der Essenz der Sonnenblume. Erst dann kommt das grüne Gold aus dem Mittelmeerraum. Was alle eint, ist die Annahme, dass pflanzlichen Fetten eine positive Wirkung auf die Herzgesundheit nachgesagt wird. Was allerdings relativiert wird, wenn entsprechende Produkte durch fortpflanzungsgefährdende Weichmacher und Mineralölbestandteile verunreinigt sind.

In der aktuellen Olivenöl-Untersuchung von Öko-Test traf Letzteres bedauerlicherweise auf viele der 20 getesteten Produkte zu. Nur zwei schneiden in der Gesamtwertung mit "gut" ab. Ganze sechs Produkte wurden denn auch mit "ungenügend" gewertet.

Bedenkliche MOAH

Unter Mineralölkohlenwasserstoffen versteht man eine sehr große Gruppe vieler verschiedener Stoffe. Darunter können potenziell krebserregende Verbindungen sein. Besonders bedenklich sind die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe MOAH, die in der Hälfte der Öle nachgewiesen wurden.

In mehr als der Hälfte der Öle stecken zudem die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH. MOSH lagert der Körper in der Leber, den Lymphknoten, der Milz und im Fettgewebe ab. Was das für die Funktion dieser lebenswichtigen Organe bedeutet, ist bisher noch ungeklärt. POSH verhalten sich möglicherweise ähnlich, sind aber derzeit noch kaum erforscht.

Bei vier Olivenölen stellten die Sensorikprüfer Fehlnoten fest. Sie schmeckten bereits ranzig oder stichig. Solche Fehlnoten sind bei der höchsten Güteklasse "nativ extra" verboten. Was bedeutet, dass die Öle falsch deklariert wurden. Denn eigentlich handelt es sich nur um "natives" Olivenöl. Schmeckt ein Öl ranzig, ist es stark oxidiert. Ist bereits eine Gärung im Gang, kann das Öl stichig schmecken.

Öle aus Kreta und Toscana machen das Rennen

Den Testsieg teilen sich das Bio-Produkt Rapunzel "Kreta Natives Olivenöl extra, fruchtig" ("gut", 9,99 Euro pro 500 ml) und das Primoli "I.G.P. Toscano Olio Extra Vergine di Oliva" ("gut", 12,99 Euro pro 500 ml). Letzteres wurde geschmacklich für "sehr gut" gut befunden. 

Eine ungenügende Benotung erhielten wegen zum Teil starker Belastung und fehlerhafter Sensorik unter anderem das "Natives Olivenöl Extra" von Alnatura, das "Natives Olivenöl Extra mild, leicht fruchtig" von Byodo und das "Natives Olivenöl Extra Classico" von De Cecco.    

Quelle: n-tv.de, awi

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