Ratgeber

Gefahr aus dem Hahn Stillstand in Wasserleitungen vermeiden

Erst wenn heißes Wasser durch die Leitung fließt, werden die Legionellen abgetötet. Foto: Carolina Camps

Erst wenn heißes Wasser durch die Leitung fließt, werden Legionellen abgetötet.

(Foto: dpa)

Legionellen und andere gesundheitsschädliche Keime vermehren sich häufig in Wasserleitungen, die längere Zeit nicht in Betrieb sind. Hauseigentümer sollten daher auch bei Abwesenheit Stillstände in den Leitungen verhindern. Doch wie macht man das?

Haus- und Wohnungsbesitzer müssen bei längerer Abwesenheit dafür Sorge tragen, dass sich in Trinkwasserleitungen keine krankheitserregenden Keime bilden. Darauf weist der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) hin.

Die durch Urlaub oder Leerstand bedingte Stagnation begünstige die Bildung von Keimen wie Legionellen und Mykobakterien. Eigentümer von Mehrfamilienhäusern sind laut Trinkwasserverordnung dazu verpflichtet, Stillstände in Trinkwasserleitungen zu vermeiden.

Der oberste Grundsatz laute deshalb: "Wasser muss fließen!". Ist dies im normalen Betriebsablauf nicht möglich, könnten zum Beispiel technische Lösungen wie Hygienespülanlagen für kaltes und warmes Trinkwasser eingesetzt werden. Diese Anlagen sorgen automatisch dafür, dass der Wasserinhalt der Trinkwasserrohrleitungen in vorab festgelegten zeitlichen Abständen ausgetauscht wird.

Fein zerstäubt in die Atemwege

Legionellen vermehrten sich zudem besonders gerne im Temperaturbereich von 25 bis 54 Grad. Deshalb sollte laut BVS darauf geachtet werden, dass die Temperaturen in Trinkkaltwasserleitungen 25 Grad nicht über- und in Trinkwarmwasserleitungen 55 Grad nicht unterschreiten.

Sind die Bakterien einmal da, gelangten sie mit dem ersten Wasserstrahl, fein zerstäubt, in die Atemwege - im Bad, in der Küche und überall dort, wo der Wasserhahn aufgedreht wird, wie BVS-Experte Ralf Masuch erläutert. Etwa für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und Kranke könne der Kontakt mit den Keimen gesundheitsgefährdend sein.

Ein Legionellen-Befall in einer Mietwohnung ist erst dann ein Mietmangel, wenn der Grenzwert für eine Gesundheitsgefährdung erreicht wird. Dies hat das Amtsgericht (AG) München entschieden (Az.: 452 C 2212/14). Festgestellt wurde in dem verhandelten Fall aber nur einmal ein etwas stärker erhöhter Legionellen-Befall von 1700 kbE/100ml, allerdings nur an einer Entnahmestelle und nicht in der Wohnung des Mieters. Auch dieser Wert lag noch weit unter dem Grenzwert von 10000kbE/100ml. 

Quelle: ntv.de, awi/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.