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Recht schnell? Rechtsberatung aus dem Internet im Test

Wer schnelle juristische Hilfe benötigt, kann bei einfachen Fällen eine Online-Rechtsberatung nutzen. Laut einer Untersuchung von Finanztest erhält der Ratsuchende auch tatsächlich brauchbare Hilfe. Allerdings hapert es beim Datenschutz.

Nicht immer ist Zeit oder Muße vorhanden, um bei Rechtsfragen einen Anwalt zu kontaktieren. Und oftmals wissen Verbraucher bei Problemen gar nicht, was sie tun sollen. Meist werden zunächst Freunde um Rat gebeten. Der zweite Weg führt dann ins Internet. Hier lässt sich auch eine Online-Rechtsberatung finden. Der Verbraucher kann dort 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche eine Frage stellen und diese wird an einen der vielen Anwälte weitergeleitet, die auf dem Portal beraten. Die Antwort gibt es dann gegen ein Honorar, welches meist unter denen eines niedergelassenen Anwalts liegt.

Doch die anfallenden Kosten sind je nach Portal unterschiedlich. In einigen Fällen kann der Nutzer selbst angeben, wie viel ihm die Rechts­beratung im Internet wert ist. Was allerdings nicht immer zu empfehlen ist. Denn Nicht-Juristen wissen oft nicht, wie viel Anwälte üblicher­weise für eine Rechts­auskunft verlangen können. Zudem geben alle Portale, bei denen der Nutzer den Preis selbst fest­legen kann, für die Online-Beratung durch einen Anwalt einen Mindest­preis vor. Dieser liegt zwischen 24 und 44 Euro, dazu kommt in einigen Fällen noch eine Nutzungs­gebühr von 2 Euro. Andere Portale schi­cken erst nach erfolgter Anfrage ein Preis­angebot.

Finanztest wollte wissen, was die Portale taugen und stellte auf den sieben Anwaltsportalen (advocado, Deutsche Anwaltshotline, Frag-einen-Anwalt, Anwalt.de, JuraForum, JustAnswer, YourXpert) jeweils fünf Fragen aus den Bereichen Arbeits-, Miet-, Kauf- und Straßenverkehrsrecht. In vier von fünf Testfällen erhielten sie überwiegend richtigen und brauchbaren Rat. In einem Fall aus dem Verkehrsrecht lag nur ein Anwalt (Juraforum) ganz richtig. Außerdem prüften die Tester auch die Datensicherheit.

Denn wer eine Online-Rechts­beratung nutzt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er seine Daten nicht nur dem beratenden Anwalt anver­traut, sondern auch dem Portal. Deshalb haben die Tester ­­genau hingeschaut. Das Ergebnis: Bei sechs der sieben Anbieter im Test waren die Nutzer­daten vor Hackern sicher. Nur einer patzte (JuraForum). Mittlerweile ist das Daten­leck aber geschlossen.

Finanztest kann in Hinblick auf die Datensicherheit dennoch keine vollständige Entwarnung geben. Denn alle untersuchten Portale benutzen Tracking-Dienste wie Google Analytics. Schon wenn ein Nutzer eine Seite aufruft, erfassen mindestens Google und meist auch andere Anbieter Daten zu seinem Besuch. Was gezielte ­Werbung und eventuell unerwünschte Angebote ermöglicht. ­Bei einigen Anbietern erfahren soziale Netz­werke wie Facebook schon beim Aufruf der Seite den Namen des Rechtsberatungsnutzers­­, wenn dieser sich vom selben Gerät aus beim jeweiligen Netz­werk ein- und nicht wieder ausgeloggt hat.

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Quelle: n-tv.de, awi

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