Ratgeber

11 Prozent Rendite Reich mit Rentenfonds?

Wer hätte das gedacht? Trotz viel beklagter Niedrigzinsphase war mit Investitionen in festverzinsliche Wertpapiere in den letzten Jahren gutes Geld zu verdienen. Woran das liegt und ob dies so bleibt, erklärt Finanztest.

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Erstaunliche Rendite - Rentenfonds konnten in den letzten Jahren punkten.

(Foto: imago stock&people)

Für zehnjährige Bundesanleihen gibt es momentan nicht einmal mehr 1 Prozent Zinsen pro Jahr. Ähnlich sieht es bei allen gängigen Formen von festverzinslichen Sparanlagen aus. Bei allen? Nein - Rentenfonds, die in Staatsanleihen des Euroraumes investieren, konnten im vergangenen Jahr rund 11 Prozent Rendite erwirtschaften, wie "Finanztest" feststellt.

Was zunächst für Verwunderung sorgt, ist leicht zu erklären. Denn die betreffenden Fonds haben noch deutlich besserverzinste Anleihen in ihren Beständen, als derzeit auf den Markt kommen. Dementsprechend gefragt sind diese Papiere – und erzielen hohe Kursgewinne, ungeachtet der eigentlich deutlich niedrigen Grundverzinsung. Es handelt sich also vor allem um Buchgewinne. Je näher das Ende der festgelegten Laufzeit rückt, desto eher gleicht sich der Kurs der nominalen Verzinsung an. Die letzten Jahre der deutlichen Zinssenkungen waren also der Treibstoff für dieses Kursfeuerwerk.

Doch wie geht es weiter? Ist der Absturz bei wieder steigenden Zinsen programmiert? Denn diese wirken sich genau umgekehrt auf Anleihen aus wie sinkende Zinsen. Die Tester sind der Meinung, dass sich Anleger, die langfristig in diesem Segment investiert sind, keine Sorgen zu machen brauchen. Denn über Jahre betrachtet erwirtschafteten die Fonds stabile Zuwächse bei moderaten Rückschlägen. Dabei dauerte die längste Verlustphase des ältesten Fonds seiner Gattung, des Allianz Euro Rentenfonds, 27 Monate (2005 bis 2007). Der Verlust lag aber zwischenzeitlich höchstens bei nur knapp 4 Prozent. Im Schnitt erzielt der Fonds seit 1966 Renditen von 6,8 Prozent pro Jahr.

Allerdings stiegen die Zinsen in der Vergangenheit von einem deutlich höheren Zinsniveau – und steigende Zinsen wirken sich hier nicht so gravierend aus. Dazu eine Beispielrechnung: Bei einem Zinssatz von 3 Prozent für eine siebenjährige Anleihe würden laut "Finanztest" steigende Zinsen von jeweils 1 Prozent drei Jahre hintereinander zu Verlusten von rund 3 Prozent führen. Bei einem "Startzinssatz" von 1 Prozent könnten sich die Verluste auf rund 8 Prozent belaufen, bei einer ebenso verlängerten Verlustphase.

Ob es tatsächlich zu Zinserhöhungen in dieser Größenordnung kommt und wenn ja wann, ist an dieser Stelle nicht zu beantworten. Diverse Experten und Finanzauguren sind sich in dieser Frage seit Langem uneinig. Insofern steht einer langfristigen Anlage in Rentenfonds nichts im Wege. Grundsätzlich empfiehlt Finanztest hierfür ETFs (db x-trackers iBoxx Souvereigns Eurozone Ucits ETF 1c oder iShares Euro Gouvernment Bonds Capped 1.5-10.5 Ucits ETF).

Quelle: ntv.de, awi

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