Durchblick im Auto Scheibe vereist? Diese Enteisersprays sind jetzt die erste Wahl

Der Winter zeigt sich überraschenderweise in Teilen Deutschlands ungewohnt hartnäckig. Was auch das Autofahren erschwert. Bevor es überhaupt losgeht, muss hier erst mal für freie Sicht gesorgt werden. Warentest verrät, mit welchen Enteisern das gelingt.
Nein, es reicht nicht, an der Windschutzscheibe nur ein kleines Guckloch freizukratzen und dann mit dem Wagen loszufahren. Auch durch die restliche Frontscheibe und die anderen Fenster sollte die Sicht frei sein. Ist dies nicht der Fall, erhöht sich das Unfallrisiko. Zudem muss auch noch mit einem Bußgeld zwischen 10 und 35 Euro gerechnet werden, wenn ein entsprechend unzureichend von Schnee und Eis befreites Fahrzeug von Ordnungskräften bemerkt wird.
Wer meint, die Scheiben schneller von eisigen Belägen zu befreien, indem der Motor warmlaufen gelassen wird, statt Eis zu kratzen, sollte wissen, dass auch dafür ein Bußgeld von bis zu 80 Euro zuzüglich Verwaltungskosten droht. Wegen umweltbelastendem Verhalten und unnötiger Lärmbelästigung, wie der ADAC informiert.
Es hilft also alles nichts, Autofahrer müssen sich dem Unbill trotz Kälte konsequent stellen und die Scheiben von Eis und Schnee nachhaltig befreien. Das gelingt entweder mit einem geeigneten Eiskratzer und mitunter viel Körpereinsatz oder wenn es ganz hart kommt, auch unter Zuhilfenahme eines Scheibenenteisers.
Schlieren oder Schmierschleier vermeiden
Die entsprechende Mischung aus Alkohol und anderen chemischen Substanzen wird auf die Scheibe gesprüht und lässt das Eis schmelzen. Im besten Fall. Denn wie lange es guten Durchblick gibt, hängt von der Rezeptur des Enteisers ab. Die Funktionsweise ist dabei bei allen Sprays gleich: Alkohole tauen das Eis auf. Da der Umgebung dabei Wärme entzogen wird, kühlt die Scheibe noch stärker ab und zurückbleibendes Wasser könnte wieder festfrieren. Um das zu verhindern, enthalten die Produkte Glyzerin oder ein Frostschutzmittel, etwa Glykol. Glyzerin hat den Nachteil, dass es Schlieren hinterlassen kann.
Welche Produkte was taugen, hat eine Untersuchung des Schweizer Partnerportals der Stiftung Warentest, Saldo, gezeigt. Dieses hat acht Enteisersprays in Pumpspray-Flaschen getestet. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Die eine Hälfte der Produkte wirkte schwach bis ungenügend gegen das Eis auf den Scheiben. Die andere Hälfte erhielten das Gesamturteil "gut". Zwei davon sind auch hierzulande erhältlich.
So ist der "Sonax Scheibenenteiser" in Deutschland ab circa 5 Euro/750 Milliliter zu bekommen. Laut dem Anbieter wird die getestete Rezeptur derzeit abverkauft und durch eine neue ersetzt. Diese ist durch einen gelben Aufdruck zu erkennen mit dem Schriftzug "Neu! Stärkere Wirkung, keine Wiedervereisung!" Das "Blink Enteiserspray" von Drogeriemarkt Müller ist fast genauso gut. Es kostet 1,99 Euro in der 500 Milliliter- und 2,50 Euro in der 750-Milliliter-Flasche und ist damit der günstigste Scheibenenteiser im Test.
Beide enteisten die Scheiben schnell und ergiebig. Im simulierten Fahrtwind in der Kältekammer schütze der Sonax Scheibenenteiser die Scheiben zudem sehr gut davor, erneut zu vereisen. Dem Blink Enteiserspray gelang das gut. Allerdings blieben hier einige Schlieren auf dem Glas zurück.
In Sachen Handhabung kritisierten die Prüfer beim Blink-Spray, dass der Griff zum Auslösen des Sprühstrahls etwas kurz und dadurch mit Handschuhen mühsam zu bedienen sei.
Und noch etwas: Wer nicht kratzen oder sprayen möchte, der sollte sein Fahrzeug abdecken. Dann können die Scheiben erst gar nicht zufrieren. Spezielle Eisschutzfolien werden im Internet schon ab 10 Euro verkauft. Sie werden abends über die Windschutzscheibe gelegt und mit den Türen des Autos befestigt. Als Alternative kann im Notfall auch ein stabiler Pappkarton genommen werden, aber auf keinen Fall alte Zeitungen: Die frieren fest und sind dann kaum noch abzulösen.