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"Tickets, please" Schwarzfahren auch im Ausland kein Spaß

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Egal, ob Paris, London oder Lissabon - ein gültiger Fahrschein ist Pflicht.

picture alliance / dpa

Die Herbstferien sind Städtereisenzeit. Wer in Europa unterwegs ist, sollte sich bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht ohne gültiges Ticket erwischen lassen. Mitunter wird es richtig teuer. Fein raus ist, wer Chinese ist.

Ob bewusst oder auch aus Vergesslichkeit, wer hierzulande ohne einen gültigen Fahrschein in Bus oder Bahn erwischt wird, muss zahlen. 60 Euro werden in so einem Fall fällig. Das nennt sich dann erhöhtes Beförderungsentgelt. Hinzu kann sich auch noch eine Anzeige des betroffenen Verkehrsunternehmens gesellen. Wird der Anzeige entsprochen, ist in aller Regel eine Geldstrafe fällig, welche verdienstabhängig leicht die Höhe eines Nettomonatseinkommens betragen kann. Bei Wiederholungstätern oder Zahlungsverweigerern ist sogar eine Haftstrafe möglich.

Die Konsequenzen des Schwarzfahren sind also weder für Adrenalinjunkies noch für Sparfüchse ein Vergnügen. Was auch für das europäische Ausland gilt. Wer hier in eine Fahrkartenkontrolle gerät und nicht schnell genug die Beine in die Hand nehmen kann, wird genauso unerbittlich zur Kasse gebeten. In einigen Metropolen ist das Fahren ohne Ticket sogar deutlich teurer als in Deutschland, wie das Verbraucherportal Sparwelt.de berichtet. Dies gilt beispielsweise für Stockholm, Lissabon oder Rom.

Bukarest geradezu erschwinglich

Begonnen werden soll aber die Aufzählung der fälligen Strafzahlungen in Europa zunächst mit den "Schnäppchen". Überraschenderweise wird in den ansonsten teuren Städten London (umgerechnet 50 Euro) und Paris (ebenfalls 50 Euro) weniger berechnet als in Deutschland. Gleiches gilt für Amsterdam. In Athen muss der Delinquent nur 42 Euro berappen. Noch günstiger ist die Unannehmlichkeit nur in Osteuropa zu bekommen. So beläuft sich in Warschau das Bußgeld auf 37, in Prag auf 31 und in Budapest auf 26 Euro. Bukarest liegt mit 11 Euro am unteren Ende des Vergleichs.

Teurer als in deutschen Städten ist das Schwarzfahren in Brüssel (107 Euro), Wien (103), Oslo (101) und Kopenhagen (101). In Zürich sind 87 Euro Bußgeld fällig. In Barcelona oder Madrid wird die nicht gelöste Fahrkarte mit 80 Euro berechnet.

Richtig teuer wird es für den, der in Schwedens Hauptstadt bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Ticket erwischt wird. 158 Euro müssen dann bezahlt werden. In Lissabon sind es 145 Euro – mindestens. Denn berechnet wird das 100- bis 150-Fache des eigentlichen Ticketpreises. In Rom ist der 60-fache Preis fällig, was unterm Strich eine Buße zwischen 90 und 200 Euro bedeutet.

Besser zahlen oder abreisen?

Zu beachten ist allerdings, dass alle Bußgelder für Ersttäter und fristgerechte Zahler gelten. Ansonsten wird es gerne teurer. So gilt beispielsweise für London: Wenn man nicht binnen drei Wochen zahlt, verdoppelt sich die Summe. Wiederholungstäter müssen sogar die Verfolgung durch die Justiz sowie eine Strafe von bis zu 1000 Pfund rechnen.

Und hierzulande? Ein Anruf bei den Berliner Verkehrsbetrieben hilft weiter. Dort betont man, dass Touristen - auch aus dem Bundesgebiet - mit Nachsicht behandelt werden. Zumindest dann, wenn sie nur vergessen haben, das Ticket zu entwerten. Ansonsten gilt auch beim Schwarzfahren Gleichberechtigung. Wer also ohne Ticket angetroffen wird, muss zahlen. Nach Aufnahme der Personalien aus dem Ausweis, der im Übrigen den Fahrscheinkontrolleuren nicht vorgezeigt werden muss. Denn das darf nur die Staatsmacht fordern. Allerdings sind die "Schwarzfahrerfänger" dann dazu berechtigt, die Polizei zu verständigen. Im Zweifelsfall wird die Identität des Sünders also festgestellt.   

Wer sich ohne Begleichung des Bußgeldes in seine Heimat absetzt, bekommt gerne eine nochmals erhöhte Zahlungsaufforderung per Post nach Hause. Sei es in Lissabon, Oslo oder Bielefeld. Europa macht's möglich. Hier ist dann der Chinese aus der Provinz Shandong fein raus. Wegen fehlender Abkommen und auch des erhöhten Aufwands, die Mahnung zukommen zu lassen, wird der Besucher aus dem Reich der Mitte mit keinen schriftlichen Zahlungserinnerungen an seinen Besuch in Berlin erinnert werden.        

Quelle: n-tv.de

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