Ratgeber

Gewusst wie So sparen Sie die Gebühren fürs Girokonto

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Der Trend, mehr Geld von Kunden zu verlangen, ist eindeutig.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Girokonten werden immer teurer? Das stimmt nur zum Teil. Kostenlose Angebote gibt es nach wie vor - man muss nur wissen, wie und wo man zu suchen hat.

Allerorten ist derzeit zu lesen, wie dreist die Banken die Gebühren für Girokonten anheben. Alles, so scheint es, wird teurer. Doch sind die Kostenschübe beim laufenden Konto wirklich ein Phänomen, dem man nicht entgehen kann?

Die FMH-Finanzberatung wollte es genau wissen. Deshalb hat sie die Entwicklungen der vergangenen zwölf Monate nochmal genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Ja, es hat sich viel getan beim Girokonto. Nach wie vor aber gibt es kostenlose Angebote – und zwar für diejenigen Kunden, die ihre Bedürfnisse kennen und dementsprechend ein Konto auswählen, das genau zu diesen Anforderungen passt.

Fast 90 Konten im Vergleich

Die FMH-Datenbank umfasst 88 Konten und bildet den Markt gut ab: 28 Angebote stammen von Direktbanken inklusive der PSD Banken, da diese nur vereinzelten Filialen haben. 15 Konten werden von bundesweiten Banken angeboten. Der Rest stammt aus dem Angebot regionaler Sparkassen und Banken.

Der Rückblick auf die Gebührenpraxis der von uns beobachteten Anbieter belegt: Der Trend, mehr Geld von Kunden zu verlangen, ist eindeutig. Seit Juli 2016 stieg bei 15 Angeboten die Kontoführungsgebühr, 17 Mal erhöhte sich die Kreditkarten-Jahresgebühr, 4 Mal waren es die Kosten für die GiroCard. Bei 13 Giroangeboten erhöhten die Geldhäuser die Kosten für beleghafte Überweisungen; sechs Banken reduzierten die ohnehin schon geringen Guthabenzinsen oder strichen sie ganz.

Viel Schatten, aber auch ein bisschen Licht

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Allerdings gab es auch Entwicklungen, die Kunden Vorteile bringen. Bei 33 Konten sanken die Dispozinsen – wenn auch nur wenig. Der Mittelwert reduzierte sich von 9,50 auf 9,34 Prozent. Die Zinssätze für geduldete Überziehungen der Dispovereinbarung verringerten sich im Schnitt von 11,18 auf 10,89 Prozent. Immer mehr Banken verzichten zudem auf einen kundenunfreundlichen Zinsaufschlag bei einer übermäßigen Inanspruchnahme des Dispos: 51 der von uns beobachteten Girokonten sehen inzwischen identische Zinssätze bei Dispozins und weiterer Überziehung vor. Bei den übrigen Banken fallen aber immer noch Aufschläge zwischen zwei und fünf Prozentpunkten an. Es scheint, als brauchten diese Anbieter brauchen jeden Cent. Denn die Statistik belegt, dass solche Überziehungen im Schnitt bei weniger als 100 Euro liegen und meist nur für wenige Tage andauern. 100 Euro geduldete Überziehung für fünf Tage ergeben damit (bei einem Zinsaufschlag von fünf Prozent) ganze sieben Cent Mehreinnahmen für die Bank.

Der Kunde hat es in der Hand

Grundsätzlich ist es nicht verwerflich, für ein Girokonto Geld zu verlangen. Problematisch ist aber, dass es noch immer an Transparenz fehlt, wofür man eigentlich bezahlt. Das hinterlässt bei vielen Kunden (zu Recht) das Gefühl, ihre Bank wolle sie abzocken.

Ein gutes Beispiel dafür sind die - zum Teil massiven - Erhöhungen bei der jährlichen Kreditkartengebühr. Sie sollen Einnahmeausfälle abfedern, die die Banken aufgrund neuer EU-Vorgaben haben und so stiegen die Jahresgebühr im vergangenen Jahr auf bis zu 39,90 Euro pro Jahr, ohne dass der Kunde dafür irgendeinen Mehrwert erhielte. Die FMH hat deshalb eine Übersicht kostenfreier Kreditkarten zusammengestellt, die jeder nutzen kann, ohne dass er bei dem Anbieter auch ein Girokonto eröffnen muss.

Fazit: Geldgeschäfte werden teurer, aber nur, wenn Kunden sich nicht kümmern. Wer möglichst wenig Geld für sein Girokonto ausgeben will, sollte daher genau hinschauen, wie er das Konto nutzt. Nur wer seine Bedürfnisse kennt, kann entweder bei der eigenen Bank gezielt das Konto wechseln oder sich einen neuen Anbieter suchen, der für das persönliche Kontoverhalten am wenigsten verlangt. Beispiele: Wer am liebsten alle Geschäfte online abwickelt, sollte nicht für Filialservice zahlen. Wer viel reist, braucht andere Services (Währungsentgelt, Geldautomaten) als ein Mensch, der die meiste Zeit des Jahres am Automaten seiner Hausbank Bargeld zieht. Zu guter Letzt müssen Kunden einmal über ihren Schatten springen und den Wechsel wirklich angehen. Das ist zwischenzeitlich einfacher denn je. Der Gesetzgeber hat die Banken verpflichtet, den Kontowechsel zu einer neuen Bank zu erleichtern - und das funktioniert auch.

Oft braucht es nur wenige Klicks - und man hat pro Jahr schnell 100 bis 200 Euro gespart und vielleicht sogar noch einen besseren Service erhalten. 

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Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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