Ratgeber

Erzwungener Tarifwechsel Tele-Columbus-Kunden beißen auf Granit

Im April schickte Tele Columbus ein Schreiben an Altkunden, das für Ärger sorgte: Ihre Tarife würden umgestellt, sie sollten künftig mehr bezahlen. Verbraucherschützer rieten zum Widerspruch. Doch der Kabelanbieter gibt sich unnachgiebig.

imago59763637h (1).jpg

Rund 2,8 Millionen Haushalte in Deutschland haben einen Anschluss von Tele Columbus.

(Foto: imago/Schöning)

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus geht offenbar hart mit Kunden um, die einen erzwungenen Vertragswechsel nicht mitmachen. Die Verbraucherzentrale Sachsen berichtet von Inkassodrohungen und ersten Kündigungen gegenüber Nutzern, die sich gegen einen teureren Tarif gewehrt hatten. Betroffen sind Kunden, die bei Tele Columbus einen Internetanschluss haben, aber keine Versorgung mit Fernsehen oder Telefon gebucht haben.

Die Vorgeschichte: Mitte April bekamen die Betroffenen Post von ihrem Kabelanbieter. Darin wurde mit einer Frist von kaum zwei Wochen eine Tarifumstellung zum 1. Mai angekündigt. Der neue Tarif sollte 19,99 Euro kosten, was in jedem Fall eine Verteuerung bedeutete. Vorher zahlten Bestandskunden je nach Tarif zwischen 9,99 Euro und 14,99 Euro.

Mit seinem Vorgehen machte es sich der Provider damals nach Ansicht der Verbraucherschützer zu einfach. Wesentliche Änderungen an bestehenden Verträgen seien grundsätzlich nur unter sehr strengen Voraussetzungen möglich und setzten das Einverständnis des Kunden voraus. Die kurzfristig verkündete Umstellung sei also gar nicht wirksam und der Vertrag gelte zu den alten Konditionen weiter, erklärte Katja Henschler von der sächsischen Verbraucherzentrale damals. Der Rat an die Kunden: Der Änderung widersprechen und weiter nur den alten Preis bezahlen.

Tele Columbus müsste klagen

Wer der Empfehlung der Verbraucherschützer gefolgt ist, stößt bei Tele Columbus allerdings auf Widerstand. Die betreffenden Kunden hätten mehrfach Zahlungserinnerungen und Mahnungen erhalten, außerdem drohe der Anbieter, die Forderungen einem Inkassobüro zu übertagen, heißt es von der Verbraucherzentrale. Man wisse von mehreren Kunden, die bereits Kündigungen erhalten hätten. Henschler rät den Betroffenen, dennoch standhaft zu bleiben: "Wenn das Unternehmen sich im Recht wähnt, muss es seine Forderung nach Vertragsänderung gerichtlich durchsetzen. Das hat es bis jetzt nicht getan."

Tele Columbus-Sprecher Hannes Lindhuber hatte die Umstellung im Mai gegenüber Golem.de als alternativlos dargestellt. Alte Tarife mit geringen Übertragungsraten würden komplett eingestellt. Das günstigste Angebot sei nun die Doppelflatrate für Internet und Telefonanschluss mit 16 Mbit/s für 19,99 Euro. Wer diese nicht nutzen wolle, habe ein vierwöchiges Sonderkündigungsrecht. Zum Vorgehen gegenüber den Umstellungsverweigerern äußerte sich Lindhuber nun erneut gegenüber Golem.de: "Offene Forderungen nicht zu begleichen, ist jedenfalls nicht ratsam, da in diesem Fall entweder die Versorgungsleistung eingestellt werden muss oder noch höhere Kosten auf den Nutzer zukommen."

Kunden, die es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen lassen wollen, haben allerdings auch nicht allzu viele Alternativen. Etwas günstigere Angebote gibt es von Unitymedia, Cablesurf und Kabel Deutschland. Der Vorteil bei diesen Kabelbetreibern ist, dass die Umstellung normalerweise problemlos verläuft. Allerdings sind die Anschlüsse nicht überall verfügbar.    

DSL-Tarife: Hier geht's zum Vergleich

Quelle: n-tv.de, ino