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Steuererklärung 2021 So lässt sich Geld sparen

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Noch bis zum 31. Juli beziehungsweise 30. September können Steuerzahler beim Finanzamt ihre Steuererklärung für 2021 einreichen. Mit diesen Tipps lassen sich die Abgaben an den Fiskus drücken.

Kein Jahr vergeht ohne Neuerungen und Änderungen bei den Steuern. Die folgenden Punkte sollten Steuerzahler bei ihrer Erklärung für 2021 beachten.

1. Grundfreibetrag

Dr. Michael Bormann ist Steuerexperte und seit 1992 Gründungspartner der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner.

Steuerexperte Michael Bormann

(Foto: Michael Bormann)

Seit 2021 müssen Steuerpflichtige erst ab einem Betrag von 9744 Euro pro Jahr ihr Einkommen versteuern. Vorher lag die Grenze bei 9408 Euro. Bei Verheirateten oder eingetragenen Lebensgemeinschaften gilt der doppelte Satz. Ab einem Einkommen von 57.919 Euro im Jahr wird der Spitzensteuersatz von 42 Prozent fällig. Ab 274.613 Euro greift dann der Reichensteuersatz mit 45 Prozent.

2. Solidaritätszuschlag

Die allgemein "Soli" genannte Zusatzsteuer wurde Anfang 2021 für das Gros der Steuerzahler abgeschafft. Gemäß den Angaben des Finanzministeriums gilt der Solidaritätszuschlag für eine Familie mit zwei Kindern erst ab einem jährlichen Einkommen von 151.000 Euro. Alleinstehende müssen nach diesen Angaben den Soli schon ab einem Einkommen von 73.000 Euro zahlen.

3. Homeoffice

Auch im vergangenen Jahr haben zahlreiche Arbeitnehmer überwiegend oder sogar ganz von zu Hause aus gearbeitet. Dafür können Steuerzahler pro Tag Heimarbeit fünf Euro als Homeoffice-Pauschale beim Fiskus geltend machen. Es gilt allerdings eine jährliche Obergrenze von insgesamt 600 Euro, was 120 Arbeitstagen entspricht. Die Homeoffice-Pauschale wirkt sich jedoch erst dann steuermindernd aus, wenn die Werbungskostenpauschale von 1000 Euro ausgeschöpft ist.

Alternativ können Arbeitnehmer auch die tatsächlichen anteiligen Kosten für ein Arbeitszimmer geltend machen, also beispielsweise für die Miete, Strom oder Heizung. Wer mindestens drei von fünf Tagen im eigenen Arbeitszimmer tätig war, kann die entsprechenden Kosten vollständig absetzen. Wenn die Präsenz dagegen im Büro überwogen hat, sind für das Homeoffice nur maximal 1250 Euro pro Jahr anrechenbar.

4. Werbungskosten

In der Steuererklärung wird automatisch der sogenannte Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1000 Euro berücksichtigt. Bis zu dieser Höhe sind beruflich verursachte Ausgaben steuerfrei, unabhängig davon, ob sie tatsächlich getätigt wurden oder nicht. Die Beträge, die den Pauschbetrag von 1000 Euro übersteigen, können dann für dieses Jahr noch steuerlich geltend gemacht werden.

Die Ausgaben für Computer, Drucker oder Software können seit Anfang 2021 sofort abgeschrieben werden. Die entsprechenden Kosten lassen sich vollständig auf die Werbungskosten anrechnen. Früher mussten sie auf drei Jahre verteilt werden.

5. Pendlerpauschale

Die Entfernungspauschale ist ab dem 21. Kilometer von 30 auf 35 Cent gestiegen. Für die ersten 20 Kilometer gelten weiterhin 30 Cent pro Kilometer. Die Pendlerpauschale gilt für den einfachen Weg von zu Hause zur Arbeit und kann als Werbungskosten geltend gemacht werden.

6. Dienstwagen mit Elektromotor

Lädt ein Arbeitnehmer seinen Dienstwagen daheim, kann der Arbeitgeber pauschal 70 Euro pro Monat der Stromkosten erstatten. Bei Hybridfahrzeugen sinkt der Satz auf 35 Euro. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass am Arbeitsplatz keine Lademöglichkeit besteht. Gibt es dort einen Ladepunkt, sinkt der maximale Erstattungsbeitrag bei E-Autos auf 30 Euro und bei Hybridfahrzeugen auf 15 Euro.

7. Kfz-Steuer

Seit 2021 werden Neuwagen höher besteuert, wenn sie pro Kilometer mehr als 115 Gramm Kohlendioxid (CO2) emittieren. Für neuzugelassene Benziner- oder Dieselfahrzeuge, bei denen der CO2-Ausstoß weniger als 95 Gramm pro Kilometer beträgt, gibt es dagegen einen Steuerrabatt von 30 Euro pro Jahr.

8. Spenden

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Seit Anfang des vergangenen Jahres reicht bei Spenden an gemeinnützige Organisationen der Kontoauszug als Nachweis fürs Finanzamt bis zu einer Obergrenze von 300 Euro. Erst ab höheren Beträgen ist dann eine formale Spendenbescheinigung nötig, um die Spende bei der Steuererklärung abzusetzen. Früher lag die Obergrenze bei 200 Euro.

Dr. Michael Bormann ist Steuerexperte und seit 1992 Gründungspartner der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner bdp-team.de. Schwerpunkte seiner Tätigkeiten sind neben Steuern die Bereiche Finanzierungsberatung sowie das Sanierungs- und Krisenmanagement bei mittelständischen Firmen.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 16. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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